{"id":287,"date":"2019-07-06T06:46:31","date_gmt":"2019-07-06T06:46:31","guid":{"rendered":"https:\/\/andres-moysich.de\/?page_id=287"},"modified":"2019-07-07T09:56:09","modified_gmt":"2019-07-07T09:56:09","slug":"fall1-legasthenie-lrs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/beispielhafte-falldokumentationen\/fall1-legasthenie-lrs\/","title":{"rendered":"1. Fall: Legasthenie\/LRS"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Lese-\/Rechtschreibst\u00f6rung (Legasthenie\/LRS)<\/strong>, Junge (12 Jahre)<\/p>\n\n\n\n<p>DOKUMENTATION f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Tr\u00e4ger<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Therapieplan (Erstbewilligung)<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau M,<\/p>\n\n\n\n<p>X\nwurde mir vor einem Vierteljahr mit der Diagnose einer\nTeilleis\u00adtungsschw\u00e4che im Lesen und Rechtschreiben in einem\nunverbindli\u00adchen und kostenfreien Beratungsgespr\u00e4ch vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile\nhat X an 10 TE integrativer Lerntherapie bei mir teilge\u00adnommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs Mutter Frau Y begleitet ihn oft zur Sitzung, so dass wir uns regel\u00adm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Verlauf austauschen k\u00f6nnen. X wird von seinen El\u00adtern pflichtbewusst und feinf\u00fchlend unterst\u00fctzt und f\u00fchlt sich in der Familie geborgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem\nkommt es intermittierend zu innerfamili\u00e4ren Spannungen, weil X sich\njeden Tag lange dagegen str\u00e4ubt, nachmittags seine Haus\u00adaufgaben\nzu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nY und ihr Sohn X haben in dieser Sache um Hilfe gebeten. Wir haben\nzusammen im sokratischen Gespr\u00e4ch herausgefunden, dass X sich\ngegen\u00fcber seinen Hausaufgaben als ohnm\u00e4chtig erlebt. Er hat den\nEindruck, dass er keine Zeit f\u00fcr sich hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nX sich solange weigert, mit den Hausaufgaben zu beginnen, aber diese\nZeit auch nicht genie\u00dfen kann, sondern bereits als Fremdbestim\u00admung\nempfindet, ist Xs Tagesfreizeit in der Tat aus seiner Sicht sehr\nkurz.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\ndiesen Teufelskreis aufzubrechen, habe ich X zuerst vor allem\nVerst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Abneigung gegen Fremdbestimmung\nentgegen\u00adgebracht. Diese ist f\u00fcr hochintelligente Menschen\nbesonders typisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben auf dieser Basis des achtsamen Umgangs mit Xs Bed\u00fcrf\u00adnissen\ndeutlich zu fassen bekommen, dass X nicht wirklich viele Hausaufgaben\nzu erledigen hat, auch wenn man das notwendige \u00dcben der Vokabeln und\nf\u00fcr Klassenarbeit einbezieht.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nfolgte meinen Argumenten aufmerksam und gestaltete das Ge\u00adspr\u00e4ch\naktiv mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nwichtigsten war, X zu verdeutlichen, dass der Nachmittag vor al\u00adlem\ndurch seine Vermeidungsstrategien blockiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben mit Frau Y vereinbart, dass X sich nun nach einer kurzen Pause\ndirekt nach der Schule an seine Hausaufgaben setzt. Dieses soll aber\nvorerst unter Einsatz eines Weckers erfolgen. X soll sich vorerst nur\nst\u00fcckweise in Abschnitten \u00e0 zehn Minuten mit seinen Hausaufga\u00adben\nbesch\u00e4ftigen, bevor er nach dem Klingeln des Weckers eine Pause\nmachen darf. Auf diese Weise wollen wir Xs Psyche Raum geben, sich\nnicht mehr so ohnm\u00e4chtig von den Pflichten erdr\u00fcckt zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nwenn man landl\u00e4ufig der Meinung ist, dass es f\u00fcr Sch\u00fcler\/innen\nnormal ist, Hausaufgaben zu machen, und keiner besonderen Beloh\u00adnung\nbedarf, stellt sich die Situation f\u00fcr teilleistungsschwache\nSch\u00fc\u00adler\/innen wie X durchaus anders dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn\ndie Teilleistungsschw\u00e4che bedeutet f\u00fcr die Kinder\/Jugendli\u00adchen,\nsich bereits vormittags in der Schule weitaus st\u00e4rker verausga\u00adben\nzu m\u00fcssen als viele andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch\nsind Kinder wie X selbstredend nachmittags ersch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\nX nun zu helfen, seine Aversion gegen die Hausaufgaben und das \u00dcben\nzu \u00fcberwinden, haben Frau Y und X ein Belohnungssystem er\u00adarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nwird in einem zeitbasierten Belohnungssystem Punkte sammeln, die er\nvorerst f\u00fcr Besuche mit seinen Eltern zur kindgerechten Happy Our in\neiner Cocktailbar einl\u00f6sen wird. X geht gerne mit seinen Eltern zur\nHappy Our und genie\u00dft \u2013 nat\u00fcrlich alkoholfreie &#8211; Cocktails. Es\nist sch\u00f6n, dass die Familie etwas Angenehmes zusammen unternimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Lerntherapie und Erziehung Raum f\u00fcr angemessene originelle Ideen\nzu lassen, ist hier in seiner Wichtigkeit best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhoffen nun, dass X sich so auch bald selbst motivieren kann, The\u00admen\nzu \u00fcben, die ihn nicht so sehr interessieren. Dieses ist f\u00fcr\nhochin\u00adtelligente Menschen oft sehr schwierig, da sie\nvorzugsweise ihren ei\u00adgenen geistigen Interessen intensiv\nnachgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nEinstieg in die systematische \u00dcbungsbehandlung haben wir \u00fcber die\nGro\u00df- und Kleinschreibung genommen. Es war speziell die\nSub\u00adstantivierung der Verben und Adjektive Thema im\nDeutschunterricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00fcr Legastheniker\/innen mannigfache Redundanzen unerl\u00e4sslich sind, ist es sinnvoll, die aktuellen schulischen Rechtschreibthemen si\u00admultan auch in der Lerntherapie zu bearbeiten, sofern der individuelle Leistungsstand des\/der Sch\u00fcler\/in dieses zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nwar f\u00fcr X statthaft, weil er in den Grundregeln der deutschen Gro\u00df-\nund Kleinschreibung bereits sicher ist, so dass er der Abgren\u00adzung\ndieser Sonderregeln f\u00fcr Verben und Adjektive m\u00fchelos folgen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\nhilfreich ist bei dieser Thematik Xs logisch-analytische\nDenk\u00adstruktur.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nhat in der Klassenarbeit zu diesem Thema ein \u201eGut\u201c erreicht.\nLeider nimmt X selbst dieses noch nicht als den gro\u00dfen Erfolg wahr,\nden die\u00adse Note darstellt. Vielmehr hat er selbst die Bewertung\nvor sich und anderen damit herabgew\u00fcrdigt, dass es ja nur ein\nL\u00fcckendiktat gewe\u00adsen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndiese Problematik des erh\u00f6hten Anspruchs an sich selbst gehe ich\nnachstehend n\u00e4her ein, wenn ich mich mit den emotionalen Aspekten\ndes Lernens besch\u00e4ftige, auf die ich oben bereits Bezug genommen\nhabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen\nnormierten Rechtschreibtest habe ich vorerst nicht durchge\u00adf\u00fchrt,\nweil ich X dieses Stressmoment ersparen konnte, da Frau Y mir viele\nTexte zur informellen Analyse der Rechtschreibleistung \u00fcberlas\u00adsen\nhat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPatienten-Compliance ist ausgesprochen gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\nErgebnisdiskussion der Lese-\/Rechtschreibleistung inkl. der\nBe\u00adschreibung basaler F\u00e4higkeiten wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nTeilergebnisse ergaben\/ergeben ein kognitives Profil, das durch\nSchw\u00e4chen in einigen f\u00fcr das Erlernen des Lesens und Schreibens\nre\u00adlevanten kognitiven Grundfunktionen gepr\u00e4gt war\/ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Basierend\nauf den f\u00f6rderdiagnostisch als auch aus eigenen Texten er\u00adhobenen\nErgebnissen des Leistungsstandes im Leistungsfeld des Le\u00adsens und\nRechtschreibens erstelle ich nachstehend ein differenziertes\nLeistungsprofil.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Basale\n\tFunktionen als Notwendigkeit des Lesens und Recht\u00adschreibens\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Visuelle\nDifferenzierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Raum-Lage-Orientierung<\/em>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Keine\nBeeintr\u00e4chtigung ersichtlich.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Visuelle\n\tDifferenzierung \u00e4hnlicher Grapheme<\/em>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Keine\nBeeintr\u00e4chtigung ersichtlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auditive\nWahrnehmung und Verarbeitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Keine\nBeeintr\u00e4chtigung mehr ersichtlich. X hatte eine Therapie seiner\nvormaligen AVWS absolviert. Ich habe wegen einer unklaren Aussage\nbez\u00fcglich deren Erfolg seitens der behandelnden Phoniaterin eine\nde\u00addizierte \u00dcberpr\u00fcfung mit elektronisch gesteuertem Eqipment\nvorge\u00adnommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regelgeleitete\nRechtschreibung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Speicherschw\u00e4che f\u00fcr Wortbilder <\/li><li>b\/p, d\/t, g\/k im Auslaut: unzureichende Kenntnis der Ableitungsre\u00adgel bzw. reduzierte Umsetzungsf\u00e4higkeit <\/li><li>lange\/kurze Vokale: unzureichende Differenzierung <\/li><li>Dehnung\/Doppelung <\/li><li>ck\/k &#8211; tz\/z <\/li><li>e\/\u00e4 <\/li><li>v\/f\/pf <\/li><li>Gro\u00df-\/Kleinschreibung (vor allem Tageszeiten und Sonderregelun\u00adgen) <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Im\nFazit ist das Nahziel ein kleinschrittiges Symptomtraining im\nBe\u00adreich der basalen Fertigkeiten mit motivierender R\u00fcckmeldung.<\/p>\n\n\n\n<p>Begr\u00fcndet\nist das vorstehend beschriebene Vorgehen\nim Stufenmodell der deutschen Rechtschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst\nm\u00fcssen visuelle und auditive Beeintr\u00e4chtigungen austherapiert\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem\nfolgt ein Automatisierungstraining, das in Xs Fall gro\u00dfenteils\nbegleitend durchgef\u00fchrt werden kann, weil X weite Teile des\nLese-\/Rechtschreiblerncurriculum bereits verinnerlicht hat und seine\nspezifischen Einschr\u00e4nkungen der visuellen und auditiven\nWahrneh\u00admung dieses erlauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nX die lauttreue Rechtschreibung gut beherrscht, arbeiten wir ne\u00adben\ndem psycholinguistischen Training direkt an den Rechtschreibre\u00adgeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits\nabsolviert hat X bislang das Training der Substantivierung der Verben\nund Adjektive, die Differenzierung lang und kurz gesproche\u00adner\nVokale, die Konsonantendoppelung und die Unterscheidung von tz\/z\nund ck\/k.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nfertigt auch seine h\u00e4uslichen \u00dcbungen zur Festigung der\nTherapie\u00adthemen sorgf\u00e4ltig an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nMerkw\u00f6rter (Ausnahmeschreibweisen) werden so trainiert, dass sie vom\nKurzzeitged\u00e4chtnis \u00fcber das mittelfristige Ged\u00e4chtnis ins\nLangzeitged\u00e4chtnis gelangen. Hierzu sind mannigfaltige Redundan\u00adzen\nnotwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzelne\n\u00dcbungen des NLP lassen sich in die Lernwort\u00fcbungen ein\u00adbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\npsycholinguistische Lese-\/Rechtschreibtraining trainiert die basalen\nFertigkeiten, die auch zum erfolgreichen Lesen notwendig sind.\nBesonderes Gewicht liegt hierbei auf der Erweiterung des\nArbeitsged\u00e4chtnisses (Buffer), damit X sich z. B. beim Abschreiben\nvon der Tafel l\u00e4ngere Segmente zu merken lernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hieran\nschlie\u00dft die F\u00f6rderung einiger sprachverarbeitender Hirnfunktionen\nan.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel\nist es im Endeffekt, Xs orthographisches Output-Lexikon zu erweitern.\nHierzu m\u00fcssen Defizite in der Phonem-Graphem-Konvertierung behoben\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAusgangspunkt f\u00fcr diese legasthenieimmanente Schwierigkeit ist in Xs\nFall vermutlich noch weiter vorne in den Basisfunktionen der\nSprachverarbeitung zu suchen, z. B. im phonologischen\nInput-Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nist sowohl das Lesen als auch das Rechtschreiben weder auf der\nsegmentalen Route noch auf der hocheffizienten lexikalischen Route\nals gesichert anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nmuss isoliert den phonologischen und orthographischen Buffer\ntrainieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hernach\nwurden beide Funktionen kombiniert, was insofern von Wichtigkeit ist,\nals dass ge\u00fcbte Leser\/innen und Schreiber\/innen nicht \u00fcber die\nsegmentale Route dekodieren und\/oder explizit Rechtschreibregeln\nanwenden, sondern die W\u00f6rter als Ganzheiten im phonologischen und\northographischen Output-Ged\u00e4chtnis gespeichert haben und dort\nabrufen k\u00f6nnen. Das Zusammenspiel ist zur\nPhonem-Graphem-Konvertierung notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nF\u00e4higkeit ist bei X zweifach eingeschr\u00e4nkt. Nach eigener Angabe\ngelingt es ihm noch schlecht, sich beim reinen Abschreiben mehrere\nBuchstaben in Folge zu merken, sodass er oft zur Vorlage\nzur\u00fcckschauen muss, obwohl X das isolierte Segmentieren in Silben\nsehr gut gelingt. Hier zeigt sich der defizit\u00e4re phonologische und\northographische Buffer (tempor\u00e4res Arbeitsged\u00e4chtnis). Es ist nicht\nklar, ob das Problem im Input- oder Output-Buffer gr\u00fcndet, was auch\ngenerell wissenschaftlich noch nicht erforscht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nist best\u00e4ndig hoch motiviert, niemals monoton in Silben zu lesen,\nobwohl ihm der Lesefluss dann besser gelingt, ohne zu stocken. X legt\nselbst gro\u00dfen Wert auf eine wirkungsvolle Betonung. Es muss\nsukzessive die F\u00e4higkeit verbessert werden, einen l\u00e4ngeren Satz als\nGanzes wahrzunehmen und simultan zu fragmentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nKomplexit\u00e4t des lauten Lesens wird X besser gelingen und vor allem\nweniger anstrengen, wenn die Teilfunktionen und deren Kombination\ntrainiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen\nseiner phonologischen Dyslexie ist dieses Lesen auf der lexikalischen\nRoute f\u00fcr X noch schwierig, wird sich aber durch das Training der\nphonologischen Bewusstheit entwickeln. Die Einschr\u00e4nkung wird\nbesonders beim Schreiben von unbekannten lauttreuen W\u00f6rtern\ndeutlich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Weil\ndas lexikalische Ged\u00e4chtnis (auswendig beherrschte W\u00f6rter)\neingeschr\u00e4nkt ist, ist die F\u00f6rderung der segmentalen Route sehr\nwichtig, damit X in die Lage versetzt wird, unbekannte W\u00f6rter\nleichter zu identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nbeeintr\u00e4chtigen die Probleme beim Aufbau der segmentalen Route auch\ndie lexikalische Route (\u2192 Wechselwirkung).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nX kommt es vor, dass die phonologische Dyslexie zu\nGanzwort-Substitutionen f\u00fchrt, indem niedrig- durch hochfrequent\nauftretende W\u00f6rter ersetzt werden (ein Prozess, der oft f\u00e4lschlich\nf\u00fcr reines Raten gehalten wird).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nVerwechslungen treten bisweilen auf, wenn \u00e4hnliche W\u00f6rter zu lesen\nsind, beispielsweise Biene \u2192 Beine, Dose \u2192  Hose.<\/p>\n\n\n\n<p>Semantische\nParalexien und Paragraphien sind hingegen bei X nicht zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAufbau visuell orthographischer Repr\u00e4sentationen im orthographischen\nLexikon wird trainiert (\u2192 (nicht nur) Lernw\u00f6rter).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nsind die aktivierbaren Verbindungen vom orthographischen Lexikon zum\nsemantischen System und zum phonologischen Output-Lexikon zu\nstabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nsegmentale Route wird sukzessive durch einen Zuwachs an\northographischem Regelwissen gest\u00e4rkt werden. Diesem Prozess folgt\nein Training, das entsprechende Wortwissen schnell und zuverl\u00e4ssig\nabzurufen, wie es insbesondere von LRS\/Legasthenie betroffene\nMenschen beim Korrekturlesen eigener Texte brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nvisuell-graphematische Analyse des geschriebenen Wortes gelingt X\nzwar recht gut, aber die Verbindung diesen Prozesses mit dem Abrufen\nim orthographischen Input-Lexikon ist beeintr\u00e4chtigt. Somit kommt es\nwegen des noch beeintr\u00e4chtigten phonologischen Buffers und\nOutput-Lexikons regelm\u00e4\u00dfig zu kleinen St\u00f6rungen in der\nGraphem-Phonem-Konvertierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\ndie Auswirkungen solcher Lesefehler auf den Sinn des Gelesenen sind\nlediglich mittelgradig, da X die vorstehend beschriebenen Probleme\nauf Grund seiner hohen kognitiven F\u00e4higkeiten und geistigen\nFlexibilit\u00e4t gut kompensieren kann, was aber gleichwohl sehr\nanstrengend f\u00fcr ihn ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nSchreiben nach Diktat ist insofern f\u00fcr X sehr anstrengend, als hier\nInformationen aus dem semantischen System sowie das phonologische  u\nn d  orthographische Input-Ged\u00e4chtnis als Input dienen. Hernach ist\nnoch die Phonem-Graphem-Konvertierung zu bew\u00e4ltigen, die wegen der\nbesch\u00e4digten Buffer und ihrer Verbindungen erschwert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen\nist es unerl\u00e4sslich, die o. g. Grundfunktionen zu trainieren, um die\nSchnelligkeit der schriftsprachlichen Informationsverarbeitung zu\nsteigern und diese st\u00e4rker zu automatisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nm\u00fcnden meine ursachenaufdeckenden Betrachtungen der\nSprachverarbeitung  in meine \u00dcberlegungen zur psycho-emotionalen\nAusgestaltung des therapeutischen Settings.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\nein effektives Lese-\/Rechtschreibtraining zu gew\u00e4hrleisten, ist Xs\ninnerspychisches Erlebens zu positivieren, damit X dem bedingt durch\nseine Legasthenie erh\u00f6hten \u00dcbungsbedarf Stand halten kann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nLeistungs\u00e4ngste durch die negativen Erfahrungen blockieren ihn\nnachhaltig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nX sehr sensibel und dabei perfektionistisch ist, belasten ihn\nabwertende Reaktionen seiner Mitsch\u00fcler\/innen immens.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesbez\u00fcglich\nwerde ich X im lerntherapeutischen Gespr\u00e4ch st\u00e4rken. X soll\nerfassen, dass Fehler normal sind und ein teil jeden Lernprozesses.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere\nbei Leistungsanforderungen, die er stets durch seinen hohen\nindividuellen Anspruch an sich selbst sehr genau nimmt und\ngeflissentlich erf\u00fcllen m\u00f6chte, ger\u00e4t X unter Stress, so dass sich\nFehler h\u00e4ufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwurde augenf\u00e4llig, dass X seine Fehler sehr unangenehm sind und er\nsich ausgesprochen anstrengt, um sie zu vermeiden. Dadurch steigt der\nKortisolspiegel, was die Fehlerdichte durch das sprichw\u00f6rtliche\n\u201eBrett vor dem Kopf\u201c zus\u00e4tzlich ansteigen l\u00e4sst. Kortisol ist\nma\u00dfgeblich an dem Entstehen von Black Outs beteiligt. Effektives\nLernen ist deswegen ausschlie\u00dflich m\u00f6glich, wenn das psychische\nSystem entspannt ist, weil ansonsten der Fokus angstbedingt auf\nFlucht gerichtet ist, was jedwede Konzentration auf kognitive Inhalte\nerschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\ndie behandelnde Phoniaterin Xs H\u00f6rverarbeitung als \u201egebessert\u201c\ntituliert hat, aber hierbei nicht ins Detail gegangen ist, habe hat\nsich X in Absprache mit Frau Y einem H\u00f6rwahrnehmungs und\n-verarbei\u00adtungstest bei mir unterzogen. Es ist erfreulich, dass\nXs H\u00f6rwahrneh\u00admung und -verarbeitung nicht mehr beeintr\u00e4chtigt\nist (s. o.).<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nersten TE hatten wir neben der Bearbeitung des Substantivierens der\nVerben und Adjektive f\u00fcr den Einstieg in das psycholinguistische\nLese-\/Rechtschreibtraining genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>X\narbeitet immer bereitwillig und sehr konzentriert mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nScreening-Verfahren zum binokularen Sehen ist noch durchzu\u00adf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbiete meinen Patient\/innen die beiden letztgenannten Testverfah\u00adren\nkostenfrei an, weil sie selten von den zust\u00e4ndigen Fach\u00e4rzten\/in\u00adnen\nf\u00fcr Augenheilkunde durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nErfolge, die er bereits stetig erlebt, werden von au\u00dfen durch\ndeut\u00adliches Lob und das Lenken seiner Aufmerksamkeit auf seine\nF\u00e4hig\u00adkeiten \u00fcberh\u00f6ht, so dass sie ihm selbst sukzessive\nbewusst werden k\u00f6nnen (Einfluss der Fremdbewertung auf die\nSelbstbewertung).<\/p>\n\n\n\n<p>Visuelle\nWahrnehmungs\u00fcbungen stehen zu Beginn jeder TE im Vor\u00addergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\ndie Methoden der Psychosynthese<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup>\nsoll X seine \u00c4ngste redu\u00adzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPsychosynthese zielt darauf hin, die zerstreuten psychischen Kr\u00e4fte\nzu vereinen. Auf dieser Basis wird es m\u00f6glich, X zu verdeutli\u00adchen,\ndass die Legasthenie nur ein ganz kleiner Teil seines Selbst ist,\nseinen Blick daf\u00fcr zu \u00f6ffnen, was er alles gut kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nlernt X, dass Hochsensitivit\u00e4t und Hochbegabung ein hohes Gut\ndarstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nAutonomie muss gef\u00f6rdert werden. Diesem Ziel geht der Prozess\nvoraus, dass X die Realit\u00e4t akzeptieren lernt und sie nicht mehr als\nbedrohlich erlebt \u2013 n\u00e4mlich, dass die Legasthenie mit Sicherheit\neine Einschr\u00e4nkung im Leben bedeutet, aber nicht sein\nSelbstwertgef\u00fchl leiten muss. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Konsequent\nwird X ein Vorbild mit Anleitungen gegeben, wie mit der Angst vor\nFehlern produktiv umgegangen werden kann. Hierzu wird Kongruenz in\nder Metakommunikation geschult. Kongruent sind Kin\u00adder, die sich\nmit ihren Gef\u00fchlen im Einklang befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nX hei\u00dft dieses zu erfahren, dass seine \u00c4ngste durchaus\nverst\u00e4nd\u00adlich und erlaubt sind, es aber Wege gibt, mit diesen\n\u00c4ngsten umzuge\u00adhen, sie zu verringern und bestenfalls zu\n\u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nwird vermieden, X hinsichtlich seiner emotionalen Regungen zu\nbewerten, sondern in einer Art mit ihm diese Emotionen reflektiert,\ndie ihn beruhigt, um die Selbstregulation zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\npositive Verst\u00e4rkungen werden seine F\u00e4higkeiten hervorgeho\u00adben.\nAufgrund der Basis, sich in seiner Individualit\u00e4t angenommen zu\nf\u00fchlen, konnte X bereits Vertrauen aufbauen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>X\nbraucht allerdings diesen sch\u00fctzenden Rahmen. Derzeitig ist der\nProzess der Autonomiebildung noch nicht hinreichend vollzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nsoll lernen, dass \u201esich anstrengen\u201c zu nichts Anderem f\u00fchrt, als\nan\u00adgestrengt zu sein, und dass es ineffektiv ist sich\nanzustrengen, <em>ohne<\/em> dabei den Weg vorgezeichnet zu bekommen,\n<em>wie<\/em> man zum Erfolg kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nkann X seinen inneren Druck abbauen und erlebt seine Menschen\u00adw\u00fcrde\nnicht durch unachtsame Reaktionen auf seine Teilleistungs\u00adschw\u00e4che\nals besch\u00e4digt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPsychodynamik der beim Lernvorgang ablaufenden psychischen Prozesse\nsoll wieder in ann\u00e4hernd geordnete Bahnen geleitet werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nder Basis von Freuds Dreiinstanzenmodells k\u00f6nnen wir formulie\u00adren,\ndass Xs Lernhemmung dadurch \u00fcberwunden werden konnte, dass keine\nUnordnung mehr zwischen seinem Ich, Es und \u00dcber-Ich herrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur\nwenn diese drei Instanzen in ausgeglichenem Spannungsverh\u00e4lt\u00adnis\nzueinanderstehen, ist dem Ich das ungest\u00f6rte Lernen m\u00f6glich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nLernverhalten nennen wir \u201ewissensdurstig\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nselbst ist sehr erleichtert, wenn durch die fortw\u00e4hrende\nR\u00fcckmel\u00addung deutlich wird, welche konkreten Lerninhalte nur\nnoch zu trainie\u00adren sind, weil er merkt, was er alles bereits\nbeherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nwird angeleitet, modifizierte Verhaltensmuster zu erwerben, was eine\nnachhaltige Ver\u00e4nderung seines emotionalen Gef\u00fcges zur Folge haben\nwird (Umbau der verhaltenssteuernden Hirnstrukturen<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>).<\/p>\n\n\n\n<p>Erst\ndurch dieses nachhaltige Ver\u00e4ndern der negativen\nmisserfolgser\u00adwartenden Lernstruktur hin zu einer positiven\nErwartungshaltung werden Erfolge m\u00f6glich, denn nur so bleiben\nEngagement und An\u00adstrengungsbereitschaft erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nwird X angeleitet, durch einen Perspektivenwechsel erfolg\u00adreich\neine andere Sichtweise auf sein Problem zu bekommen. Hierzu wird die\naufdeckende psychotherapeutische Intervention vertieft wer\u00adden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Noch\nsteht f\u00fcr X derzeitig immer tendenziell seine Schw\u00e4che im Fo\u00adkus\nseines Bewusstseins. Sein Augenmerk konnte noch nicht hinrei\u00adchend\nauf seine St\u00e4rken gelenkt werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>X\nist zu tief in seiner Identit\u00e4t besch\u00e4digt, als dass sich bereits\nein po\u00adsitiv modifiziertes Selbstbild h\u00e4tte aufbauen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Familie Y erh\u00e4lt eine Zweitschrift diesen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nR\u00fcckfragen stehe ich gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Dipl.-P\u00e4d.\nFriederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-___________________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Abschlussbericht (Erstbewilligung)<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau M,<\/p>\n\n\n\n<p>heute\nm\u00f6chte ich Ihnen wieder von Xs Legasthenie-Therapie berich\u00adten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei\nbeziehe ich mich auf meinen ersten Zwischenbericht inkl. der\nindividuellen Therapieplanung.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nhat heute an seiner 37. TE teilgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPatienten-Compliance war durchg\u00e4ngig ausgesprochen gut \u2013 so\u00adwohl\nin Bezug auf X selbst als auch seine Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nund\/oder Herr Y nehmen sich regelm\u00e4\u00dfig Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch zu\nBeginn der TE und\/oder nach Vereinbarung telefonisch.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nfertigt seine h\u00e4uslichen \u00dcbungen zur Festigung der Therapiethemen\nimmer sorgf\u00e4ltig an.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nAnwesenheit und Mitarbeit in der Therapie ist weiterhin\nkontinu\u00adierlich und intrinsisch motiviert. Es ist f\u00fcr X selbst\nvon gro\u00dfer Bedeu\u00adtung, weitere Fortschritte in der Verbesserung\nseiner Rechtschreibf\u00e4\u00adhigkeiten zu machen, wobei es f\u00fcr ihn\neine hohe Anstrengung bedeu\u00adtet, seine durch fr\u00fchere Misserfolge\nerworbene Blockade immer wie\u00adder zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\naus den negativen Vorerfahrungen des Lernversagens in der\nRecht\u00adschreibung resultierende Blockade erkl\u00e4rt sich\nhirnbiologisch z. T wie nachfolgend beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWo\nNeugier, Faszination und <em>Erwartung<\/em> (Hervorhebung durch\ndie Verfasserin) fehlen, wird die so wichtige Lernbereitschaft f\u00fcr\neinen zun\u00e4chst fremden Stoff nicht geweckt. Vielmehr l\u00f6st die\nKonfrontati\u00adon mit dem Ungewohnten dann \u00fcber das Zwischenhirn\nund den Sym\u00adpathikusnerv eine direkte Stimulation von\nCatecholaminen- auch in bestimmten Gehirnregionen &#8211; aus [\u2026], was\n[\u2026] bei st\u00e4rkeren Reaktio\u00adnen [\u2026] das Abwehrverhalten gegen\nden Lernstoff zementiert. (Ves\u00adter, F. (2001): \u201eDenken, Lernen,\nVergessen\u201c, DTV) \n<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem\nerlebe ich X im therapeutischen Setting als sehr humorvol\u00adlen\nMenschen. Er verf\u00fcgt \u00fcber einen f\u00fcr sein Alter au\u00dfergew\u00f6hnlich\ngut ausgepr\u00e4gten Sinn f\u00fcr Ironie \u2013 passiv und aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Verdachtsmomente\nauf Schwierigkeiten beim binokularen Sehen be\u00adstehen nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberforderungssituationen\nbeim h\u00e4uslichen \u00dcben sind seltener ge\u00adworden, aber der durch\ndie Legasthenie erh\u00f6hte \u00dcbungsbedarf &#8211; vor allem in den\nSprachenf\u00e4chern &#8211; stellt f\u00fcr die ganze Familie eine gro\u00dfe\nHerausforderung dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders\ndas durch die Legasthenie eingeschr\u00e4nkte Arbeitsged\u00e4cht\u00adnis\nmuss noch weiterhin geschult werden, damit auch das Erlernen von\nVokabeln und Gedichten\/Balladen leichter f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nF\u00e4higkeit sinnentnehmend zu lesen, ist nicht beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nehemalige Deutschlehrerin Frau K lie\u00df mich wissen, dass sich Xs\nMitarbeit im Unterricht deutlich gesteigert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\nihrer Sicht aber ist Xs Rechtschreibung noch immer bedenklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nK merkte an, dass X ein und dasselbe Wort in Texten bisweilen in\nmehreren verschiedenen Schreibweisen zu Papier bringt. Dieses ist ein\ntypisches Symptom der Legasthenie, dem wir durch das\npsycho\u00adlinguistische Lese-\/Rechtschreibtraining weiterhin\nentgegenwirken m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nneuronalen Verbindungen, in denen die falschen Schreibweisen\ngespeichert sind, werden sukzessive verk\u00fcmmern, wenn durch\ninten\u00adsives Wortbildtraining best\u00e4ndig nur diejenige bedient\nwird, in der die korrekte Schreibweise gespeichert ist. Infolgedessen\nwerden seltener Informationen \u00fcber Synapsen weitergegeben, die nicht\naktiviert wer\u00adden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nAnlehnung an den schulischen Unterrichtsstoff haben wir uns der Gro\u00df-\nund Kleinschreibung gewidmet (s. Therapieplan). Es war spezi\u00adell\ndie Substantivierung der Verben und Adjektive Thema im\nDeutsch\u00adunterricht. Da f\u00fcr Legastheniker mannigfache Redundanzen\nunum\u00adg\u00e4nglich sind, ist es sinnvoll, die schulisch aktuellen\nRechtschreibthe\u00admen auch parallel in der Lerntherapie zu\nbearbeiten, sofern der Leis\u00adtungsstand des\/der Sch\u00fcler\/in dieses\nrechtfertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nKontakt zu Xs jetzigem Deutschlehrer (Lehrerwechsel zu\nSchul\u00adjahresbeginn) stelle ich zeitnah her. Frau Y steht bereits\nin Kontakt mit ihm und hat auch meine Kontaktdaten weitergereicht,\ndamit der Lehrer sich seinerseits an mich wenden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nfallen besonders Lernw\u00f6rter schwer, die man nicht regelgeleitet\nerkl\u00e4ren kann, da eine Desorganisation in der Wahrnehmung der\nBuchstabenreihenfolge vorliegt, die das eingeschr\u00e4nkte\nWortbildged\u00e4chtnis flankiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngelingt X aber mit Hilfe mannigfaltiger Redundanzen, spezielle\nLernw\u00f6rter zu behalten, was aber einen enormen zeitlichen Aufwand\ndarstellt und auch eine enorme Langmut erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtschreibregeln\nanzuwenden, gelingt X zunehmend besser, wenn man entsprechend\nstrukturiertes Wortmaterial anbietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\n(eigenen) Flie\u00dftext aber findet X nur wenige (seiner) Fehler, auch\nwenn man die richtige Schreibweise mit Hilfe einer bereits\nerarbeiteten Regel ableiten k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nProblem m\u00f6chten wir dadurch zu verringern versuchen, dass X nur jede\nzweite Zeile auf liniertem Papier beschreibt, da er dann seine eigene\nHandschrift besser lesen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\neffektives Rechtschreibtraining hat bereits stattgefunden, aber\nselbstredend konnte\/n in Anbetracht der starken Auspr\u00e4gung von Xs\nLegasthenie weder alle notwendigen Rechtschreibregelgebiete\nthematisiert noch denn Xs Lernwortspeicher hinreichend erg\u00e4nzt\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\neinem niedrigschwelligen Einstieg in das systematische\nSymp-tomtraining mit vor\u00fcbergehendem Fokus auf der Pilotsprache\n(lauttreu geschriebene Worte) konnten wir sehr bald beginnen, uns\nkomplexen Rechtschreibregelgebieten zu widmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei\nist positiv zu erw\u00e4hnen, dass X keinerlei Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten\nhat.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwierig\nist aber die Umsetzung des erworbenen Regelwissens im freien\nSchreiben und Diktat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nBereich der visuellen Wahrnehmung hat X zwar bereits Fortschritte\nerzielt, aber eine weitere Differenzierung seiner Wahrnehmung ist\nunbedingt erforderlich, um den schulischen Anforderungen\nstandzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Symptomspezifisch\ntrainiert hat X im Rahmen der Therapie und hierbei nach M\u00f6glichkeit\nin enger Kooperation mit seiner Deutschlehrerin Frau K auch den\naktuellen rechtschreibungsbezogenen Unterrichtsstoff.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nKooperation mit Familie Y haben wir eine individuelle Lernwortkartei\nangelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Trainiert\nhat X bislang:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Training zur Automatisierung der basalen Wahrnehmungsverarbeitungsf\u00e4higkeiten <\/li><li>Psycholinguistisches Lese-\/Rechtschreibtraining <\/li><li>Wortbildged\u00e4chtnis (u. a. eigene Fehlerw\u00f6rter) <\/li><li>Umsetzung der Verl\u00e4ngerungsregel bei auslautverh\u00e4rtenden Verschlusslauten: g\/k, d\/t und b\/p <\/li><li>Differenzierung langer und kurzer Vokale mit Bezug auf ck\/k und tz\/z <\/li><li>Konsonanten-Doppelung <\/li><li>gesummtes vs. gezischtes [s] <\/li><li>Differenzierung von ss\/\u00df <\/li><li>f\/pf <\/li><li>Dehngs-h <\/li><li>nominalisierte Verben\/Adjektive <\/li><li>das vs. dass <\/li><li> Vorsilben ver-, vor-, voll- <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Themen m\u00fcssen noch stetig wiederholt werden, damit sie von X internalisiert werden k\u00f6nnen, um seine Schwierigkeiten zu mindern, sie beim freien Schreiben und in Diktaten umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegend\neingef\u00fchrt werden m\u00fcssen folgende Rechtschreibthemen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>e\/\u00e4 \u2013 eu\/\u00e4u <\/li><li>ie\/ih\/ieh <\/li><li>Doppelvokale <\/li><li>Vorsilben end-\/ent- <\/li><li>Fremdw\u00f6rter auf -ik und -ieren <\/li><li>Fremdw\u00f6rter allgemein <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sowohl\ndas visuelle Automatisierungstraining als auch psycholinguistische\nLese-\/Rechtschreibtraining muss unbedingt fortgesetzt werden,\nwenngleich das Lesen schon fl\u00fcssiger geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\ndas f\u00f6rderdiagnostische Vorgehen und die gute informative\nKooperation mit Xs Eltern und hoffentlich auch prospektiv dem neuen\nDeutschlehrer kann sich diese Zusammenstellung fortw\u00e4hrend\nver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nerlebt zunehmend Selbstwirksamkeit \u2013 sowohl bei der \u00dcberwindung\nseiner Lern- und Leistungsblockaden als auch in Form sukzessiver\nVerbesserung seiner Rechtschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nes braucht wie oben erw\u00e4hnt eine Fortsetzung der Therapie zur\nSteigerung dieses g\u00fcnstigen Prozesses und hernach eine\nKonsolidierung desselben insbesondere, um sich dem bei Legasthenie\nlebenslang erh\u00f6hten \u00dcbungsbedarf der Rechtschreibung stellen zu\nk\u00f6nnen, ohne dadurch in Hoffnungslosigkeit zu versinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nausgepr\u00e4gte Potential Xs hoher Intelligenz darf keinesfalls durch\ndie legasthene Beeintr\u00e4chtigung in seiner Nutzbarkeit beeintr\u00e4chtigt\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nweise ausdr\u00fccklich darauf hin, dass X noch unter sehr gro\u00dfer\nAnstrengung steht, seine legasthene Beeintr\u00e4chtigung zu\nkompensieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nbraucht X Entlastung \u2013 sowohl durch fortw\u00e4hrendes\nRechtschreibtraining als auch in Form emotionaler Unterst\u00fctzung. Das\npsychodynamische Setting meiner Lerntherapien, wie ich es im\nVorbericht ausf\u00fchrlich beschrieben habe, wird beibehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nf\u00fchlt sich mit seiner Teilleistungsschw\u00e4che in seiner Familie sehr\ngut aufgehoben und wei\u00df, die h\u00e4usliche Unterst\u00fctzung zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\nwar X bereits zu tief in seiner Identit\u00e4t besch\u00e4digt, als dass sich\nbereits ein hinreichend positiv modifiziertes Selbstbild h\u00e4tte\naufbauen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nFazit bitte ich Sie, Frau M, in Anbetracht meiner obigen\nAusf\u00fchrungen, X ein weiteres TE-Kontingent zu bewilligen, sofern\ndieses im Rahmen Ihrer Vorgaben m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Familie\nY erh\u00e4lt eine Zweitschrift diesen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nR\u00fcckfragen stehe ich gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Dipl.-P\u00e4d.\nFriederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-__________________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Therapieplan (Zweitbewilligung)<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau M,<\/p>\n\n\n\n<p>zuerst\nm\u00f6chte ich mich f\u00fcr Ihre umfassende Verschriftung des HPG bedanken,\ndie wie immer sehr hilfreich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun\nist es an der Zeit darzulegen, wie Xs Legasthenie-Therapie in ihrer\nFortsetzung ausgestaltet werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei\nbeziehe ich mich auf meine Vorberichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom\naktuellen Kontingent haben wir jetzt 6 TE verbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPatienten-Compliance ist weiterhin sehr gut \u2013 sowohl in Bezug auf \nX selbst als auch seine Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nFamilie Y stehe ich weiterhin regelm\u00e4\u00dfig in Kontakt, wof\u00fcr wir\nverschiedene Kommunikationswege nutzen (s. Vorbericht).<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nFokus steht immer die Hilfe bei der \u00dcberwindung der verbliebenen\nBlockaden. Xs Frustrationstoleranz ist aber schon merklich gewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem\nsehe ich hier einen entscheidenden F\u00f6rderschwerpunkt, um\nRegressionen vorzubeugen und auch Xs \u201enervliches Portfolio\u201c\nstetig zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nsollen auch die verbliebenen \u00dcberforderungssituationen beim\nh\u00e4uslichen \u00dcben noch weiter abgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\ndurch die Legasthenie eingeschr\u00e4nktes Arbeitsged\u00e4chtnis wird\nweiterhin geschult werden, damit auch das Erlernen von Vokabeln und\nGedichten\/Balladen leichter f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\npsycholinguistische Lese-\/Rechtschreibtraining ist fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nRegeln der Gro\u00df- und Kleinschreibung m\u00fcssen wir teilweise\nwiederholen, \u00fcberwiegend aber nur festigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\nX die regellosen bzw. -widrigen Lernw\u00f6rter leichter fallen, wird er\nsich neben den psycholinguistischen \u00dcbungen, die hier auch\nzielf\u00fchrend sind, intensivem Training seines Wortbildged\u00e4chtnisses\n(Lernwortspeichertraining) unterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngelingt X mit Hilfe mannigfaltiger Redundanzen, spezielle Lernw\u00f6rter\nzu behalten, was aber einen enormen zeitlichen Aufwand darstellt und\nauch eine enorme Langmut erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nwird angeleitet, im (eigenen) Flie\u00dftext Fehler zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nvisuelle Wahrnehmungstraining wird hierf\u00fcr fortgesetzt, und das\nregelgeleitete Rechtschreibtraining muss neben dem oben Genannten\numfassen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>wiederholend\nund konsolidierend<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Umsetzung der Verl\u00e4ngerungsregel bei auslautverh\u00e4rtenden Verschlusslauten: g\/k, d\/t und b\/p <\/li><li>Differenzierung langer und kurzer Vokale mit Bezug auf ck\/k und tz\/z <\/li><li>Konsonanten-Doppelung <\/li><li>gesummtes vs. gezischtes [s] <\/li><li>Differenzierung von ss\/\u00df als m\u00f6gliche Grapheme f\u00fcr gezischtes [s] <\/li><li>f\/pf <\/li><li>Dehngs-h <\/li><li>nominalisierte Verben\/Adjektive <\/li><li>das vs. dass <\/li><li> Vorsilben ver-, vor-, voll- <\/li><li>Fremdw\u00f6rter auf -ik und -ieren <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>erweiternd<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>e\/\u00e4 \u2013 eu\/\u00e4u <\/li><li>ie\/ih\/ieh <\/li><li>Doppelvokale <\/li><li>Vorsilben end-\/ent- <\/li><li>wider und wieder <\/li><li>altersentsprechende Fremdw\u00f6rter allgemein <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sowohl\ndas fortw\u00e4hrende Rechtschreibtraining als auch die\nlerntherapeutische emotionale Unterst\u00fctzung im aufdeckenden Gespr\u00e4ch\nmit der gemeinsamen Entwicklung verhaltenstherapeutischer Elemente\nzielen im  psychodynamischen Setting auf die Stabilisierung von Xs\nSelbstwertgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nlerntherapeutischen Gespr\u00e4ch wird auch Xs Hochbegabung thematisiert,\nda diese gro\u00dfen Einfluss auf seine Position unter den\nMitsch\u00fcler\/innen hat (Stichwort Mobbing).<\/p>\n\n\n\n<p>X\nf\u00fchlt sich weiterhin mit seiner Teilleistungsschw\u00e4che in seiner\nFamilie sehr gut aufgehoben und wei\u00df, die h\u00e4usliche Unterst\u00fctzung\nzu sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Familie\nY erh\u00e4lt eine Zweitschrift diesen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nR\u00fcckfragen stehe ich gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d. Friederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> vgl. Ferruci, P.: Werde, was du bist.<\/p>\n\n\n\n<p> <a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> vgl. hierzu hirnphysiologische Erkenntnisse \u00fcber Auswirkungen psychotherapeutischer Behand\u00adlung in Gehirn &amp; Geist, Heft 6\/2003<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-____________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschlussbericht (Zweitbewilligung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau M,<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nDank f\u00fcr die gute Kooperation m\u00f6chte ich heute vom Fortgang der o.\ng. Therapie berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei\nbeziehe ich mich auf Ihren Hilfeplan und meine Vorberichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom\naktuellen Kontingent haben wir jetzt 35 TE verbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPatienten-Compliance ist weiterhin sehr gut \u2013 sowohl in Bezug auf\nXsselbst als auch seine Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Familie Y. stehe ich weiterhin regelm\u00e4\u00dfig in Kontakt, wof\u00fcr wir verschiedene Kommunikationswege nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nselbst bringt sich immer mehr durch dedizierte eigene Hilfew\u00fcnsche\nein (s. unten).<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nFokus steht neben der Hilfe bei der \u00dcberwindung der verbliebenen\nBlockaden inzwischen erfolgreich die avisierte intensive\nsystematische \u00dcbungsbehandlung, da<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nFrustrationstoleranz durch seine best\u00e4ndig erlebten inhaltlichen\nFortschritte<\/p>\n\n\n\n<p>soweit\ngestiegen ist, dass es ihm deutlich leichter f\u00e4llt, sich der\nbest\u00e4ndigen \u00dcbungen zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil\nnun aber der Anteil der systematischen Lese-\/Rechtschreib\u00fcbungen\n\u00fcber lange Zeit neben der lerntherapeutischen Anleitung im Gespr\u00e4ch\nund durch verhaltensmodifikatorische Ma\u00dfnahmen einen bisweilen\nuntergeordneten Anteil zugewiesen bekommen musste, ist X noch\nbedenklich von graphomotorischen Schwierigkeiten und trainierbaren\nRechtschreibproblemen geplagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwar aber unumg\u00e4nglich, \u00fcber lange Zeit den entscheidenden\nF\u00f6rderschwerpunkt darin zu setzen, Xs \u201enervliches Portfolio\u201c\nstetig zu erweitern, denn keine systematische \u00dcbungsbehandlung kann\nErfolg bringen, wenn Lernblockaden nicht hinreichend austherapiert\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun\nhat X den Status Quo erreicht, dass er sich jenseits seiner\nehemaligen Blockaden der wahrnehmungs- und rechtschreibtechnischen\nBehandlung stellen kann, sodass sich hier sicherlich bei Fortf\u00fchrung\nder Behandlung viele der verbliebenen Defizite l\u00f6sen lassen, und\nsich damit die Gefahr der Regression, die ich schon im aktuellen\nTherapieplan erw\u00e4hnte, hinreichend wird eind\u00e4mmen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch,\ndass X sich in den j\u00fcngst vergangenen TE selbst vermehrt mit\nHinweisen auf seine subjektiv empfundenen Defizite, die auch durch\ndie Marker durch die Lehrer\/innen best\u00e4tigt sind, eingebracht hat,\nhaben sich inhaltlich der systematischen \u00dcbungsbehandlung\nzuzuordnenden F\u00f6rderschwerpunkte ergeben, die nicht zu therapieren,\nm. E. fahrl\u00e4ssig w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nNotwendigkeit einer Therapieverl\u00e4ngerung m\u00f6chte ich auch damit\nbegr\u00fcnden, dass sich X nach eigener Aussage psychisch noch nicht\nstabil genug f\u00fchlt, um ohne therapeutischen Beistand seine starke\nLegasthenie auszuhalten.<br><br>X hat zwar im Anwenden der\nRechtschreibregeln durchaus weitere Fortschritte gemacht, aber\nerstens konnten bislang nicht alle Regeln bearbeitet werden (s.\nunten) und zweitens ist die Automatisierung in der Phonem- Graphem-\nZuordnung noch nicht ausreichend, obwohl X emsig mitarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch\nist weiterhin die Umsetzung der von X aufgrund seiner hohen\nAuffassungsgabe schnell verinnerlichten Rechtschreibregeln im freien\nSchreiben und beim Korrekturlesen, denn die Wahrnehmung gibt dieses\nnoch nicht her.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nverbliebene AVWS macht es ihm schwer, W\u00f6rter zu segmentieren und\nhieraus die notwendigen Rechtschreibregeln zu ermitteln, wodurch\nAbleitungen oftmals nicht stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nXs unerm\u00fcdliches Trainieren der segmentalen Route beispielsweise\ndurch die Silbermethode hat schon zu Fortschritten gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\npsycholinguistische Lese-\/Rechtschreibtraining ist diesbez\u00fcglich\nebenso schon sehr hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\ntrainiert die basalen Fertigkeiten, die zum erfolgreichen Lesen  u n\nd  Rechtschreiben notwendig sind. Besonderes Gewicht lag hierbei auf\nder Erweiterung des Arbeitsged\u00e4chtnisses, damit X sich z. B. beim\nAbschreiben von der Tafel l\u00e4ngere Segmente zu merken lernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hieran\nanschlie\u00dfend fand die F\u00f6rderung einiger sprachverarbeitender\nHirnfunktionen statt, die in ihrem Zusammenspiel eine korrekte\nPhonem-Graphem-Konvertierung erm\u00f6glichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel\nist es im Endeffekt, Xs orthographisches Output-Lexikon zu erweitern.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu\nm\u00fcssen die erheblichen Defizite in den Teilfunktionen des Systems\nder Phonem-Graphem-Konvertierung behoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAusgangspunkt f\u00fcr diese legasthenieimmanente Schwierigkeit ist in Xs\nFall vermutlich noch weiter vorne in den Basisfunktionen der\nSprachverarbeitung zu suchen, u. a. im phonologischen\nInput-Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nist sowohl das Lesen als auch das Rechtschreiben weder auf der\nsegmentalen Route noch auf der hocheffizienten lexikalischen Route\nals  g e s i c h e r t  anzusehen, wobei Xs aber kontinuierlich\nmessbare Fortschritte erzielt.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nhat isoliert den phonologischen und orthographische Buffer trainiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hernach\nwurden beide Funktionen kombiniert, was insofern von Wichtigkeit ist,\nals dass ge\u00fcbte Leser\/innen und Schreiber\/innen nicht \u00fcber die\nsegmentale Route dekodieren und\/oder explizit Rechtschreibregeln\nanwenden, sondern die W\u00f6rter als Ganzheiten im phonologischen und\northographischen Output-Ged\u00e4chtnis gespeichert haben und dort\nabrufen k\u00f6nnen. Das Zusammenspiel ist zur\nPhonem-Graphem-Konvertierung notwendig, aber bei X zweifach\neingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\neigener Angabe gelingt es X noch schlecht, sich beim reinen\nAbschreiben mehrere Buchstaben in Folge zu merken, sodass er oft zur\nVorlage zur\u00fcckschauen muss, obwohl ihm das isolierte Segmentieren in\nSilben inzwischen recht gut gelingt, wenn das Wortmaterial direkt vor\nihm liegt und nicht abgedeckt wird..<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nzeigt sich der defizit\u00e4re phonologische und orthographische Buffer\n(tempor\u00e4res Arbeitsged\u00e4chtnis). Es ist nicht klar, ob das Problem\nim Input- oder Output-Buffer gr\u00fcndet, was auch generell\nwissenschaftlich noch nicht erforscht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nKomplexit\u00e4t des lauten Lesens mit der Notwendigkeit, einen ganzen\nSatz zu \u00fcberblicken (wg. der Betonung) und  s i m u l t a n  die\nW\u00f6rter zu fragmentieren bzw. aus dem Speicher abzurufen, strengt X\nsehr an.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\nin altersgem\u00e4\u00dfem Tempo sinnentnehmend lesen zu k\u00f6nnen, muss X\nunbedingt die notwendigen Teilfunktionen und deren Kombination\ntrainieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen\nseiner phonologischen Dyslexie ist dieses Lesen auch auf der\nlexikalischen Route f\u00fcr X allerdings besonders schwierig. Es muss\nviel an der phonologischen Bewusstheit gearbeitet werden. Die\nEinschr\u00e4nkung wurde besonders beim Schreiben von unbekannten\nlauttreuen W\u00f6rtern deutlich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Weil\ndas lexikalische Ged\u00e4chtnis (auswendig beherrschte W\u00f6rter)\neingeschr\u00e4nkt ist, ist die F\u00f6rderung der segmentalen Route sehr\nwichtig, damit X in die Lage versetzt wird, unbekannte W\u00f6rter zu\nidentifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\ndie lexikalische Route wird aber durch Ganzworttraining trainiert,\ndamit sich der altersgem\u00e4\u00dfe Wortschatz sukzessive  a u t o m a t i\ns i e r e n  l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nbeeintr\u00e4chtigen die Probleme beim Aufbau der segmentalen Route auch\ndie lexikalische Route und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nX wird augenf\u00e4llig, dass die phonologische Dyslexie mit\nGanzwort-Substitutionen einhergeht. Verwechslungen treten immer noch\nauf, wenn \u00e4hnliche W\u00f6rter zu lesen sind, beispielsweise Biene \u2192\nBeine, Dose \u2192  Hose.<\/p>\n\n\n\n<p>Semantische\nParalexien und Paragraphien sind aber bei X nicht zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nersetzt manchmal niedrigfrequent auftretende durch hochfrequent\nauftretende W\u00f6rter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAufbau visuell orthographischer Repr\u00e4sentationen im orthographischen\nLexikon gelingt ihm nicht schnell genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nsind Xs aktivierbare Verbindungen vom orthographischen Lexikon zum\nsemantischen System und zum phonologischen Output-Lexikon noch\nbeeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nsegmentale Route ist insofern noch beeintr\u00e4chtigt, als X noch nicht\nhinreichend in der Lage ist, orthographisches Regelwissen bzw. das\nentsprechende Wortwissen schnell und zuverl\u00e4ssig abzurufen.\nGespeichert ist dieses Wissen aber \u00fcberwiegend sehr wohl im\nLangzeitged\u00e4chtnis (s. o. \u2192 Verinnerlichung des\nRechtschreibregelwissens).<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nvisuell-graphematische Analyse des geschriebenen Wortes ist noch\ninsuffizient, weil die Verbindung dieses Prozesses zum Abrufen im\northographischen Input-Lexikon beeintr\u00e4chtigt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nkommt es \u2013 auch durch Defizite des phonologischen Buffers und\nFunktionsbeeintr\u00e4chtigung des phonologischen Output-Lexikons &#8211;\nregelm\u00e4\u00dfig zu St\u00f6rungen im System der\nGraphem-Phonem-Konvertierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\ndie Auswirkungen solcher Lesefehler auf den Sinn des Gelesenen haben\nsich schon verringert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nSchreiben nach Diktat ist f\u00fcr X insofern noch sehr anstrengend, als\nhier Informationen aus dem semantischen System sowie das\nphonologische  u n d  orthographische Input-Ged\u00e4chtnis als Input\ndienen. Hernach ist noch die Phonem-Graphem-Konvertierung zu\nbew\u00e4ltigen, die wegen der besch\u00e4digten Buffer erschwert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist unerl\u00e4sslich, weiterhin die o. g. Grundfunktionen zu trainieren,\num die Schnelligkeit der schriftsprachlichen Informationsverarbeitung\nzu steigern und diese zu automatisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nm\u00fcnden meine ursachenaufdeckenden Betrachtungen der\nSprachverarbeitung  in der Zusammenfassung des absolvierten\nregelgeleiteten Rechtschreibtrainings.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist &#8211; wie oben schon erw\u00e4hnt &#8211; X auf Grund seiner stark ausgepr\u00e4gten\nLRS\/Legasthenie trotz seiner enormen Eigenmotivation noch nicht\ngelungen, alle im Therapieentwurf genannten Rechtschreibregeln\nabzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nwurde von mir plangem\u00e4\u00df darin unterst\u00fctzt, seine kontinuierlich\ntrainierte phonematische Bewusstheit durch strukturierte Anwendung\nauf die Rechtschreibfindung anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nRegeln der Gro\u00df- und Kleinschreibung m\u00fcssen teilweise wiederholt\nund gefestigt werden, da der zweite Durchlauf dieses Themas noch\nL\u00fccken zu beheben offen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Absolviertes\nTraining:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\n\tWortbildged\u00e4chtnis (s.\n\to. Buffer)\n\t<\/li><li>\n\tindividuelle Lernw\u00f6rter\n\t<\/li><li>\n\tFlie\u00dftext-Korrektur\n\t<\/li><li>\n\tGraphomotorik wg. durch\n\tLehrer\/innen als unleserlich bewerteter Handschrift\n\t<\/li><li>\n\tregelgeleitete\n\tRechtschreibtraining:\n\t<ul><li>\n\t\tUmsetzung der\n\t\tVerl\u00e4ngerungsregel bei auslautverh\u00e4rtenden Verschlusslauten\n\t\t<\/li><li>\n\t\tDifferenzierung langer\n\t\tund kurzer Vokale mit Bezug auf ck\/k und tz\/z\n\t\t<\/li><li>\n\t\tKonsonanten-Doppelung\n\t\t<\/li><li>\n\t\tgesummtes vs.\n\t\tgezischtes [s]\n\t\t<\/li><li>\n\t\tDifferenzierung von\n\t\tss\/\u00df\n\t\t<\/li><li>\n\t\tf\/pf\n\t\t<\/li><li>\n\t\tDehngs-h.\n\t\t<\/li><li>\n\t\tGro\u00df- und\n\t\tKleinschreibung\n\t\t<\/li><li>\n\t\tdas vs. dass\n\t\t<\/li><li>\n\t\tVorsilben ver-, vor-,\n\t\tvoll-\n\t\t<\/li><li>\n\t\tFremdw\u00f6rter auf -ik\n\t\tund -ieren\n\t\t<\/li><li>\n\t\te\/\u00e4 \u2013 eu\/\u00e4u\n\t\t<\/li><li>\n\t\tie\/ih\/ieh\n\t\t<\/li><li>\n\t\tDoppelvokale\n\t\t<\/li><li>\n\t\tVorsilben end-\/ent-\n\t\t<\/li><li>\n\t\twider und wieder\n\t\t<\/li><li>\n\t\taltersentsprechende\n\t\tFremdw\u00f6rter allgemein\n\t<\/li><\/ul>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese\nRegeln m\u00fcssen fortw\u00e4hrend wiederholt und in ihrer Anwendung in\nFlie\u00dftext-Korrektur trainiert werden, um f\u00fcr X hilfreich zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>X ist im freien Schreiben immer noch beeintr\u00e4chtigt, wenn er seinen Gedanken nachgeht, aber parallel auch Lernw\u00f6rter schreiben und Regeln anwenden muss. Hier kommt Xs \u00fcberdurchschnittliche Intelligenz, die in einem sehr schnellen Gedankenfluss m\u00fcndet zum Tragen. Deswegen ist X noch st\u00e4rker als ein\/e durchschnittlich begabte\/r Legastheniker\/in beeintr\u00e4chtigt.<br><br>Das Korrekturlesen dauert noch sehr, sehr lange und ist resultierend aus dem Vorgedanken besonders aufw\u00e4ndig.<br><br>Eine gro\u00dfe Problematik ist noch immer die Handschrift. X werden immer wieder Fehler angestrichen, weil die Lehrer\/innen nicht erlesen k\u00f6nnen, was X geschrieben hat. Auch hier kommt der schnelle Gedankenfluss des hochintelligenten Jungen zum Tragen, dem die Handmotorik weit unterlegen ist.<br><br>Da X sehr schnell denkt, versucht er selbstverst\u00e4ndlich auch sehr schnell zu schreiben, was bei einzelnen Buchstaben zu Verwirrungen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist weiteres Training angezeigt, dass die Graphomotorik schult und dabei f\u00fcr einige Buchstaben eine andere Schreibweise einf\u00fchrt und vor allem automatisiert. Die Erfolge sind noch unzureichend, wenngleich messbar.<br><br>Die Automatisierung steht noch an und kann von X nicht alleine bew\u00e4ltigt werden, weil ihn immer wieder seine \u201ealte Mutlosigkeit\u201c zu \u00fcberrollen droht.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\nLegasthenie ist asugesprochen stark ausgepr\u00e4gt, sogar wenn man seine\nhohe Intelligenz vernachl\u00e4ssigte. Also ist nicht nur die Diskrepanz\nzwischen der Rechtschreibleistung zu seiner individuell hohen\nIntelligenz gro\u00df, sondern die Rechtschreibleistung steht immer noch\nauch im gro\u00dfen Gegensatz zu einer angenommenen mittelm\u00e4\u00dfigen\nIntelligenz.<br><br>Es ist also dringend noch Wahrnehmungstraining\nn\u00f6tig.<br><br>So sollen auch \u00dcberforderungssituationen beim\nh\u00e4uslichen \u00dcben noch weiter abgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Xs\ndurch die Legasthenie eingeschr\u00e4nktes Arbeitsged\u00e4chtnis (s. o) muss\nweiterhin geschult werden, damit auch das Erlernen von Vokabeln und\nGedichten\/Balladen leichter f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\npsycholinguistische Lese-\/Rechtschreibtraining ist fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl\ndas fortw\u00e4hrende Rechtschreibtraining als auch die\nlerntherapeutische emotionale Unterst\u00fctzung haben im\npsychodynamischen Setting auf die Stabilisierung von Xs\nSelbstwertgef\u00fchl abgezielt. Hier ist ein Meilenstein erreicht, aber\nXs seelisches Gef\u00fcge ist noch sehr fragil.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nlerntherapeutischen Gespr\u00e4ch wurde auch Xs Hochbegabung\nthematisiert, da diese gro\u00dfen Einfluss auf seine Position unter den\nMitsch\u00fcler\/innen hat (Stichwort Mobbing). X ist stabiler geworden,\naber noch immer in seiner Selbstsicherheit gef\u00e4hrdet.<\/p>\n\n\n\n<p>X\nf\u00fchlt sich weiterhin mit seiner Teilleistungsschw\u00e4che in seiner\nFamilie sehr gut aufgehoben und wei\u00df die h\u00e4usliche Unterst\u00fctzung\nzu sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbitte Sie, liebe Frau M, positiv \u00fcber den Folgeantrag zu befinden,\nden Familie P f\u00fcr X stellen wird, sofern Ihre Vorgaben dieses\nhergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Familie Y erh\u00e4lt eine Zweitschrift diesen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nR\u00fcckfragen stehe ich gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d. Friederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-___________________________-<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Behandlung befindet sich derzeitig in der dritten Therapiephase. Dei weitere Entwicklung wird hier beizeiten angef\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lese-\/Rechtschreibst\u00f6rung (Legasthenie\/LRS), Junge (12 Jahre) DOKUMENTATION f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Tr\u00e4ger Therapieplan (Erstbewilligung) Sehr geehrte Frau M, X wurde mir vor einem Vierteljahr mit der Diagnose einer Teilleis\u00adtungsschw\u00e4che im Lesen und Rechtschreiben in einem unverbindli\u00adchen und kostenfreien Beratungsgespr\u00e4ch vorgestellt. Mittlerweile hat X an 10 TE integrativer Lerntherapie bei mir teilge\u00adnommen. Xs Mutter Frau Y begleitet ihn&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":258,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-287","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=287"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":412,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/287\/revisions\/412"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}