{"id":293,"date":"2019-07-06T06:47:27","date_gmt":"2019-07-06T06:47:27","guid":{"rendered":"https:\/\/andres-moysich.de\/?page_id=293"},"modified":"2019-07-07T10:07:08","modified_gmt":"2019-07-07T10:07:08","slug":"fall-3-kombinierte-stoerung-schulischer-fertigkeiten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/beispielhafte-falldokumentationen\/fall-3-kombinierte-stoerung-schulischer-fertigkeiten\/","title":{"rendered":"3. Fall: Kombinierte St\u00f6rung schulischer Fertigkeiten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kombinierte St\u00f6rungen schulischer Fertigkeiten<\/strong>, M\u00e4dchen, 8 Jahre<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">DOKUMENTATION f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Tr\u00e4ger der Eingliederungshilfe<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Therapieplan ( Erstbewilligung<\/strong><\/em><strong>)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau X,<\/p>\n\n\n\n<p>hier\nm\u00f6chte ich Ihnen von der Integrativen Lerntherapie unserer\ngemeinsamen Patientin Y C berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat nach einem kostenfreien ausf\u00fchrlichen Beratungsgespr\u00e4ch ihre\nDyskalkulie-und Legasthenie-Therapie in meiner Praxis begonnen und\nmittlerweile an acht Therapieeinheiten teilgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ys\nMutter Frau C hat mir sehr detaillierte anamnestische Informationen\ngegeben, die sich mit den Aussagen decken, die Sie in Ihrer\nausf\u00fchrlichen Mitschrift des HPG dokumentiert haben. Deswegen setze\nich diese als bekannt voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcberhinausgehend\nm\u00fcssen Sie aber wissen, dass Y am Ende der zweiten Klasse nicht\nversetzt wurde. Die ehemalige Lehrerin begr\u00fcndete dieses mit dem\netwas lapidaren Hinweis darauf, dass Y weit weniger Stoff beherrsche\nals ihre Mitsch\u00fcler\/innen. Die Teilleistungsst\u00f6rungen wurden nicht\nbedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nist erst kurz vor den Sommerferien 20xx quasi der Familie C\n\u201e\u00fcbergest\u00fclpt\u201c worden. Es wurde im Rahmen des Zur\u00fccksetzens\nnicht Ys Wunsch stattgegeben, in eine Klasse zu kommen, in der sie\nmehrere Kinder gut kennt, wodurch die emotionale Belastung f\u00fcr Y\nzus\u00e4tzlich stieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt\nist eine R\u00fcckstufung per se immer ein kritisches Lebensereignis \u2013\nbesonders f\u00fcr ein Grundschulkind. In Ys Fall w\u00fcrde die Entscheidung\nder Schule vermutlich vor Gericht nicht von Bestand bleiben, weil\nkein Nachteilsausgleich angewandt worden ist. Somit wurde Y die\nWiederholung der zweiten Klasse aufgrund ihrer kombinierten St\u00f6rungen\nschulischer Fertigkeiten auferlegt. Dieses aber untersagt das Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe C detailliert \u00fcber die Rechtslage aufgekl\u00e4rt, weil sie und Y\ngeradezu voller panischer Angst steckten, dass Y nochmals sitzen\nbleiben k\u00f6nnte, wenn sie nun nicht umgehend in der Schule den\nAnschluss beh\u00e4lt. Dieses wird sich so aber nicht wieder ereignen,\nweil Frau C dann gerichtlich vorgehen w\u00fcrde. Das Wissen um die\nRechtslage schafft f\u00fcr Y und Frau C eine Basis der Sicherheit, die\nhilft, die durch empfundene Ohnmacht entstandene gro\u00dfe innere\nAnspannung abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch\nhatte sich ein derma\u00dfen hoher Druck aufgebaut, dass Mutter und\nTochter fortw\u00e4hrend in heftigste Streitereien in der\nHausaufgabensituation gerieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint so, dass Y in den ersten beiden Schuljahren auch im F\u00f6rderunterricht nicht kindgerecht gef\u00f6rdert wurde, denn Y kennt keinerlei Anschauungsmaterial, wie es andernorts an Grundschulen den schw\u00e4cheren Sch\u00fcler\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird (z.  B. Einerkl\u00f6tzchen\/Zehnerst\u00e4be, Murmelk\u00e4sten etc.).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben im therapeutischen Setting bislang vor allem im Gespr\u00e4ch daran\ngearbeitet, dass Frau C und Y ihre Panik verlieren. Zudem habe ich\nmich mit Y symptomspezifisch lediglich der Dyskalkulie gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\narbeitet emsig mit und ist schon mutiger geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nSchwierigkeiten im Mathematikunterricht r\u00fchren daher, dass Y keine\nMengenvorstellung hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nYs Vorstellung sind Zahlen gez\u00e4hlte Schritte, die hintereinander auf\neiner langen Stra\u00dfe liegen (Zahlenstrahl).<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkann zehn Schritte nicht mit zehn Muggelsteinen, N\u00fcssen, Perlen o.\n\u00e4. gleichsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Legt\nY die Zahl 57 mit Einerkl\u00f6tzchen und Zehnerst\u00e4ben, z\u00e4hlt sie zwar\n5 St\u00e4be ab und 7 Einerkl\u00f6tzchen, aber dass man 10 Einerkl\u00f6tzchen\ngegen einen Stab tauschen kann und alle Zehnerst\u00e4be bei\nzweistelligen Zahlen in der ersten Position geschrieben werden, ist Y\nnicht eing\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00e4hlt\nman mit Y simultan auf Papier schreibend bis zur 60, um ihr zu\nverdeutlichen, dass immer wieder 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und bei\nder 0 im Einer die Zehnerstelle um eine gr\u00f6\u00dfer wird, ist sie v\u00f6llig\nratlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellenwerte\nE und Z sind Y ein einziges R\u00e4tsel.<\/p>\n\n\n\n<p>Mechanisch\nkann sich Y trotzdem im Hunderterfeld orientieren, was aber nutzlos\nist.<\/p>\n\n\n\n<p>34\n+ 15 z\u00e4hlt Y vollst\u00e4ndig durch: 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43,\n44, 45, 46, 47, 49.<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso geht Y bei z.  B. 26 + 67 vor. Hier ist sie durch ihre Familie lediglich so automatisiert, dass sie die Zahlen vertauscht. Y kennt n\u00e4mlich das Vertauschungsgesetz der Addition.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also unsere Aufgabe, dass Y das Zehnersystem durchdringt. Sie muss begreifen, dass man immer 10 b\u00fcndelt.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fcndelung\naber ist bei starker Dyskalkulie in der Vorstellung sehr schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe mit Y am Rechenzug (Zehnerwaggons) erkl\u00e4rt, dass immer nur zehn\nMenschen in einen Waggon passen, aber das war ihr nicht eing\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vermute, dass Y durch ihre hohe Intelligenz zu verstehen versucht, warum ausgerechnet zehn Menschen in den Waggon passen sollen bzw. warum 10 zweistellig geschrieben wird. Das dekadische System l\u00e4sst sich aber damit begr\u00fcnden, dass der Mensch halt zehn Finger hat. Die Autopoeisis (Selbst\u00e4hnlichkeit) der Welt f\u00fchrt evolutionsbedingt dazu, das sich physische Begegenheiten in abstrakten Modellen wiederholen, zumal dem Menschen durch seine eigene Wahrnehmung  Grenzen gesetzt sind. Kindgerecht formuliert hilft das Wissen um diesen Zusammenhang den Dykalkuliker\/innen sehr, in der Mathematik gegebenes zu akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zehn\nDinge abzuz\u00e4hlen, zu b\u00fcndeln und die B\u00fcndel in der Zehnerstelle zu\nz\u00e4hlen, hat Y noch nicht zusammengebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Y kannte aber schon zu Therapiebeginn die \u201everliebten Zahlen\u201c (Partnerzahlen), die miteinander paarweise addiert 10 ergeben) auswendig. Das ist sehr selten in dem Alter bei ausgepr\u00e4gter Dyskalkulie.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nY aber die anderen Zerlegungsaufgaben im Zahlenraum bis 10 nicht\nauswendig konnte, habe ich sie dieses simultan mit W\u00fcrfelbildern und\nZahlenzuordnungen zuhause trainieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nwenigen Wiederholungen ist Y jetzt sehr stolz und erleichtert, dass\nsie das kleine 1 + 1 (merke: 1 plus 1) nun auswendig kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise\nwenig Probleme hat Y bei der Visualisierung von Ziffern als\nSchriftzeichen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Ys gestriger Hausaufgabe konnte sie nun diese kleinen Aufgaben anwenden. Y hat nur einen kleinen Hinweis meinerseits gebraucht, dass 5 + 3 = 8, 15 + 3 = 18, 25 + 3 = 28 etc. eine logische Kette sind, um festzustellen -&gt;  O-Ton: \u201eDas ist ja immer dasselbe, f\u00e4llt mir gerade auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat also nun eine vage Ahnung davon entwickelt, dass Einer- und\nZehnerstelle jeweils unabh\u00e4ngig zueinander gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nkann Y aber noch nicht sicher. Es ist auf den o. g. Aufgabentyp\nbeschr\u00e4nkt. So funktioniert es f\u00fcr Y nur, wenn zu einer\nzweistelligen Zahl eine einstellige Zahl gerechnet wird \u2013\nselbstredend ohne Zehner\u00fcbergang.<\/p>\n\n\n\n<p>24 + 31 z\u00e4hlt Y entweder wie oben erw\u00e4hnt komplett durch oder sie beginnt zu raten, was man wohl mit den einzelnen Zahlen so machen k\u00f6nnte: 2 + 1 + 6 z.  B., wobei 6 hier aus 2 + 4 resultiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zehner\nzu Zehner und Einer zu Einer ist Y noch nicht klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nwerde Kontakt zu Ys jetziger Lehrerin aufnehmen, damit Y auch in der\nSchule mit Anschauungsmaterial arbeiten darf. Bislang ist Y insofern\nmutlos, als sie zwar vieles hier bei mir schon nachvollziehen kann,\naber halt immer darauf hinweist, dass sie in der Schule im Kopf\nrechnen m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich\/Hoffentlich\nist das lediglich ihre schlechte Erfahrung mit der ehemaligen\nLehrerin. Diese ist ohne Erkl\u00e4rungen und zudem viel zu schnell\nvorgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nist so verunsichert, dass sie sich kaum \u00fcber ihren gewaltigen\nLernfortschritt in der Addition zu freuen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort\nhat sie mich wieder voller hektischer Anspannung daraufhin gewiesen,\ndass nun aber doch bald schon das 1 x 1 ( 1 mal 1) folge und sie \u201edas\nviele Plus\u201c dabei gar nicht verstehe. B\u00fcndelung und Zehner\u00fcbergang\nkann Y wie oben dargestellt noch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine\nAnstrengung zielt sehr in die Richtung, Frau C und Y zu beruhigen. In\nAnbetracht der langen Zeit ohne Beistand haben sich aber \u00c4ngste\nmanifestiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nmuss sehr gest\u00e4rkt werden, damit sie ihre Erfolge wahrnimmt und\ndaran zu glauben lernt, dass sie das Rechnen noch zu beherrschen\nlernen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkennt nicht den Ordinalaspekt der Zahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nist wie oben im Detail beschrieben nicht stellenwertsicher. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zehnerzahlen sagt Y mechanisch auf, kann aber z.  B. 30 + 60 = 90 als dekadische Analogie zu 3 + 6 = 9 rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>31 + 20 z.  B. kann Y nicht rechnen, ohne alles abzuz\u00e4hlen (Stellenwert).  <\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nm\u00fcssen die Intermodalit\u00e4t f\u00f6rdern, um Y den Bezug von Menge, Zahl\nund Schreibweise zu verdeutlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nBehinderung des Erfassens der Aufgaben durch sprachliche Defizite\nund\/oder unzureichende Alltagserfahrungen stelle ich nicht fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nnegativen Reaktionen auf ihre Defizite waren f\u00fcr Y bereits durchaus\nso pr\u00e4gende Frustrationserlebnisse mit der Folge der Besch\u00e4digung\nihrer Identit\u00e4t in dem Ma\u00dfe, dass ihr Selbstwerterleben im Bereich\ndes Rechnens negativ gef\u00e4rbt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\ndie Methoden der Psychosynthese soll sich Ys Selbstwirksamkeit\nerh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPsychosynthese zielt darauf hin, die zerstreuten psychischen Kr\u00e4fte\nzu vereinen. Auf dieser Basis wird es m\u00f6glich, Y zu verdeutlichen,\ndass die Teilleistungsst\u00f6rungen nur ein ganz kleiner Teil ihres\nSelbst sind, und ihren Blick daf\u00fcr zu \u00f6ffnen, was sie gut kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Konsequent\nwird Y ein Vorbild mit Anleitungen gegeben, wie mit der Angst vor\nFehlern produktiv umgegangen werden kann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu\nwird Kongruenz geschult. Kongruent sind Menschen, die sich mit ihren\nGef\u00fchlen im Einklang befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\npositive Verst\u00e4rkungen werden Ys F\u00e4higkeiten hervorgehoben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nder Basis, sich in ihrer Individualit\u00e4t angenommen zu f\u00fchlen, wird\nYs Selbstvertrauen verst\u00e4rkt werden. Allerdings braucht sie hierf\u00fcr\ndiesen sch\u00fctzenden Rahmen des therapeutischen Settings.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nsoll lernen, dass \u201esich anstrengen\u201c zu nichts weiter f\u00fchrt, als\nangestrengt zu sein, und dass es ineffektiv ist, sich anzustrengen,\n<em>ohne<\/em> dabei den Weg vorgezeichnet zu bekommen, <em>wie<\/em>\nman zum Erfolg kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nwird Y lernen, ihren inneren Druck abbauen, und erlebt ihre\nMenschenw\u00fcrde als geachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nveranschlage weitere f\u00fcnf TE zum Aufbau des Mengenverst\u00e4ndnisses.\nHierzu muss ich eng mit der Lehrerin zusammenarbeiten. Ich hoffe,\ndass es an der Grundschule W im Rahmen der Inklusion auch\nF\u00f6rderlehrer\/innen im mobilen Dienst gibt, die sich neben den\nKindern mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf auch Ys\nTeilleistungsst\u00f6rungen widmen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach\nm\u00fcssen wir uns der Legasthenie zuwenden. Aufgrund der erheblichen\nDefizite in den mathematischen Grundlagen ist der gro\u00dfe Block f\u00fcr\ndas symptomspezifische Mathematik-Training und die psychologische\nBegleitung unumg\u00e4nglich (gewesen).<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC erh\u00e4lt eine Zweitschrift dieses Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d. Friederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-______________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Abschlussbericht (Erstbewilligung<\/strong><\/em><strong>)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau X,<\/p>\n\n\n\n<p>heute\nm\u00f6chte ich Ihnen wieder von der Integrativen Lerntherapie bei\nkombinierten St\u00f6rungen schulischer Fertigkeiten unserer gemeinsamen\nPatientin Y C berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat heute an der 35. Therapieeinheit teilgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nMittelpunkt der Behandlung stand lange Ys Verletztheit dar\u00fcber, dass\nsie das zweite Schuljahr hat wiederholen m\u00fcssen. Y war dadurch\nmutlos und hatte Angst kontinuierlich zu versagen. Daraus erwuchs\neine gro\u00dfe Angespanntheit, die darin m\u00fcndete, dass Y und ihre\nMutter lange in Sorge waren, dass Y nochmals wiederholen w\u00fcrde\nm\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat aber dieses kritische Lebensereignis inzwischen gut verarbeitet\nund sich in ihre neue Klasse integrieren k\u00f6nnen. Dieses ist f\u00fcr ein\nso hochsensibles Kind ein sehr aufwendiger Prozess.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC berichtet, dass Y insgesamt weniger \u00e4ngstlich und selbstst\u00e4ndiger\ngeworden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nhat die kombinierte St\u00f6rungen schulischer Fertigkeiten inzwischen\nein geringeres Bedrohungspotential f\u00fcr Y und ihre Mutter, stellt\naber noch immer eine hohe Belastung f\u00fcr den Familienalltag dar, weil\nder \u00dcbungsbedarf enorm erh\u00f6ht ist, um dem Schulstoff hinreichend\nfolgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nHausaufgabensituation ist aber nicht mehr in dem Ma\u00dfe angespannt,\ndennoch noch nicht stabil.<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich\ndieser Thematik erlebe ich weiterhin intermittierend Beratungsbedarf,\num helfen zu k\u00f6nnen, Rezidive zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\narbeitet sehr motiviert mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nkommt deutlich seltener vor, dass Y kaum Luft zum Sprechen hat, wenn\nsie mir etwas zeigt, was sie in der Schule nicht verstanden hat. In\nden ersten Monaten ist Y in derartigen Situationen fast kollabiert\nund konnte nur noch atemlos fl\u00fcstern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist \u00fcberwiegend m\u00f6glich, den schulischen Lernstoff in den\nTherapieplan einzuf\u00fcgen. Dieses ist auch sehr wichtig, da Y die\nGrundlagen immer wieder vergisst, die wir hier dann stetig in der\nReihenfolge wiederholen, wie sie f\u00fcr die schulischen Erfordernisse\nnotwendig sind. Der zeitliche Rahmen reicht hierf\u00fcr selbstredend nur\nsehr bedingt.<\/p>\n\n\n\n<p> +Dyskalkulie +<\/p>\n\n\n\n<p>Y konnte einige ihrer noch im Vorbericht skizzierten Defizite verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe Ys Mathematiklehrerin zu einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch in der\nSchule besucht. Diesem wohnte auch die F\u00f6rderlehrerin bei. Leider\nwar die Deutschlehrerin entgegen der Absprache nicht zugegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei\nstellte sich heraus, dass Y entgegen ihrer eigenen Angabe (s.\nTherapieplan) doch mit Anschauungsmaterial in der Schule gearbeitet\nhatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nich diesen Widerspruch mit Y auszul\u00f6sen versucht habe, brachte ich\nin Erfahrung, dass sich Y erstens an wenig dieses Materials erinnern\nund zweitens die \u00c4hnlichkeit des schulischen Materials und meines\nPraxismaterials nicht erkennen konnte, obwohl es sich gleicherma\u00dfen\num Einerkl\u00f6tzchen und Zehnerst\u00e4be bezogen auf die Gesamtmenge 100\ngehandelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\noffenbart zwei f\u00fcr Dyskalkulie typische Lernprobleme: fehlende\nAnschauungskategorien\/Struktur und st\u00e4ndiges Vergessen, welches ich\nvorstehend bereits erw\u00e4hnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders\nletztere Problematik besteht bei Y sehr ausgepr\u00e4gt. Y kann\nAlgorithmen nicht abrufen, wenn sie sich nicht kontinuierlich damit\nbesch\u00e4ftigt. So hat Y nicht mehr zweistellige Zahlen addieren\nk\u00f6nnen, nachdem sie die Multiplikation und Division ge\u00fcbt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\ndas vormals Beherrschte zu reaktivieren, mussten wir an den\nZusammenhang von Zahlenreihe und B\u00fcndelung mit haptisch erfahrbarem\nLegematerial zur\u00fcckgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nWiederholung fiel Y sehr schwer, weil sie die Rechenverfahren noch\nnicht internalisiert und automatisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nWechsel zwischen den Rechenarten in der Schule empfindet Y als sehr\nanstrengend. Sie braucht in der Therapie Hilfe dabei, sich an die\njeweils anderen Rechenarten zu erinnern, wenn im Unterricht\ngewechselt wird. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nsteht dann immer noch am Rande der Mutlosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben im therapeutischen Setting im Gespr\u00e4ch nun daran gearbeitet,\ndieses dyskalkulie-immanente Vergessen akzeptieren und aushalten zu\nlernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstredend\nist es nicht zielf\u00fchrend, sich der Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che fatalistisch\ngegen\u00fcber zu verhalten, ohne dass die Ged\u00e4chtnisleistung weiterhin\ntrainiert wird. Aber ein unaufgeregter Umgang mit der Problematik ist\nunerl\u00e4sslich f\u00fcr Fortschritte: Lernen ist Emotion, und Angst\nblockiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC und Y brauchen hierbei noch Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\narbeitet vor Klassenarbeiten so emsig, dass sie sogar freiwillig auf\nihre kurze Spielzeit am Ende der TE verzichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mengen\nkann Y sich ohne haptisch Erfahrbares oder Darstellungen auf\nikonischer Ebene noch immer nicht sicher vorstellen. Dieses\ntrainieren wir fortw\u00e4hrend, damit Y sich im Stellenwertsystem\norientieren k\u00f6nnen wird, wenn im kommenden Schuljahr der Zahlenraum\nerweitert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr\nbrauchen wir noch mehr Zeit bitte.<\/p>\n\n\n\n<p>Von\nder falschen Vorstellung, dass Zahlen gez\u00e4hlte Schritte seien, die\nhintereinander auf einer langen Stra\u00dfe liegen (Zahlwortkette), hat Y\nsich gel\u00f6st, so dass sie nun zehn Schritte mit zehn Muggelsteinen,\nN\u00fcssen, Perlen o. \u00e4. gleichsetzen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nMaterial aus Einerkl\u00f6tzchen, Zehnerst\u00e4ben und Hunderterplatte bzw.\nden Rechenzug mit seinen Zehnerwaggons kann Y noch immer nur\neingeschr\u00e4nkt erfassen und anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat aber das Zehnersystem schon besser im Griff, wenn sie Glassteine\nzu zehnt in Organzas\u00e4ckchen packt, weil die Steine dann auch im\nZehnerb\u00fcndel noch zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nAustauschen von zehn Einerkl\u00f6tzchen in eine Zehnerstange kann Y auch\ndann noch nicht nachvollziehen, wenn man parallel in eine\nStellenwerttabelle Einer (E) und Zehner (Z) schreibt. Mit den\nGlassteinen funktioniert es, weil die Steine nicht getauscht werden,\nalso sichtbar bleiben. Hier reicht Ys Abstraktionsverm\u00f6gen noch\nnicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nmuss aber dringend gef\u00f6rdert werden, damit Y im kommenden dritten\nSchuljahr mit den Hunderterzahlen zu agieren lernen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zehner\nzu Zehner und Einer zu Einer muss Y jedes Mal neu verdeutlicht\nwerden, wenn wir zwischendurch z. B. mit Geld gerechnet oder\nmultipliziert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nschon erw\u00e4hnt zeigt Ys Dyskalkulie als ein zentrales Symptom das\nVergessen, neben der Desorganisation in der Anschauungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nZusammenhang von Addition und Multiplikation hat Y inzwischen\ndurchdrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Y ist bei Divisionsaufgaben nicht mehr so panisch, weil ihr eing\u00e4ngig geworden ist, dass man aus 5 x 3 = 15 auch z.  B. zu 15 : 3 = 5 umstellen kann. Aber auch dieses vergisst sie zwischendurch immer wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nmuss auch weiterhin sehr gest\u00e4rkt werden, damit sie ihre Erfolge\nwahrnimmt und daran zu glauben lernt, dass sie das Rechnen noch zu\nbeherrschen lernen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nist nur nach Anleitung stellenwertsicher (s. o. \u2013 das Vergessen).<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nIntermodalit\u00e4t muss noch gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>+ Legasthenie +<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nRechtschreibf\u00f6rderung haben wir uns mittlerweile in sieben TE\nzugewandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkann sinnentnehmend lesen und liest oft freiwillig zuhause.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Schule vermeidet es Y laut vorzulesen, muss dieses aber oft, weil\nsich die Deutschlehrerin nicht an den \u00fcblichen Nachteilsausgleich\nh\u00e4lt, dass legasthene Sch\u00fcler\/innen nur laut lesen m\u00fcssen, wenn\nsie sich freiwillig melden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nMitsch\u00fcler\/innen lachen sowohl \u00fcber Ys Fehler als auch alleine\ndar\u00fcber, dass Y eine von Natur aus zarte Stimme hat, und fordern sie\nflapsig auf lauter zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nY Schwierigkeiten hat, sich Lernw\u00f6rter einzupr\u00e4gen, hat sie bei mir\nein psycholinguistisches Lese- und Rechtschreibtraining begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nhaben wir die jeweils f\u00fcr die Diktate vorgegebenen Lernw\u00f6rter in\nder Therapie mit spezifischem Wortbildtraining ge\u00fcbt. Auch zuhause\n\u00fcbt Y emsig f\u00fcr die Diktate.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nist sehr angestrengt von den vielen Wiederholungen, die sie als\nLegasthenikerin ben\u00f6tigt, bis sie sich die korrekte Schreibweise\neines Wortes eingepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu\ntreten graphomotorische Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhatte Probleme, alle Buchstaben in der Form zu lernen, wie es in der\nSchule vorgegeben ist. Das Verschleifen ist f\u00fcr Y besonders\nschwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen\nhaben wir einzelne Buchstaben ge\u00fcbt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von\nVorteil f\u00fcr Y ist die Tatsache, dass sie nicht nach der \u201eSchreiben\nnach Geh\u00f6r\u201c-Methode unterrichtet wird, sondern von Anbeginn,\nkorrekte Schreibweisen zu \u00fcben, vorgegeben bekommt. Dadurch wird die\nM\u00fche der mannigfaltigen Extinktion verringert, also das Umlernen\nzuerst falsch eingepr\u00e4gter Schreibweisen. Deutsche Rechtschreibung\nist nicht lauttreu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mit Y bislang die basalen Fertigkeiten trainiert und ihr Methoden zum Sichern von Lernw\u00f6rtern n\u00e4her gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben\ndem basalen Training zur Verringerung der Speicherschw\u00e4che f\u00fcr\nWortbilder muss nun das regelgeleitete Rechtschreibtraining beginnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>[schp] -&gt; Sp\/sp und [scht] -&gt; St\/st <\/li><li>m\/n-Differenzierung <\/li><li>b\/p, d\/t, g\/k im Auslaut: unzureichende Kenntnis der Ableitungsregel bzw. reduzierte Umsetzungsf\u00e4higkeit f\u00fcr diese auslautverh\u00e4rtenden Verschlusslaute <\/li><li>Unterscheidung Vokal\/Konsonant <\/li><li>lange\/kurze Vokale: unzureichende Differenzierung <\/li><li>Dehnung\/Doppelung <\/li><li>ck\/k &#8211; tz\/z <\/li><li>e\/\u00e4 <\/li><li>Gro\u00df-\/Kleinschreibung <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese\nFehleranalyse kann sich durch das f\u00f6rderdiagnostische Vorgehen\nstetig ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe hoffentlich deutlich machen k\u00f6nnen, warum ich Sie bitte, liebe\nFrau X, f\u00fcr Y im Rahmen Ihrer Vorgaben m\u00f6glichst weitere TE\nfreizugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC erh\u00e4lt eine Zweitschrift dieses Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d.\nFriederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-______________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Therapieplan (Zweitbewilligung)<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau X,<\/p>\n\n\n\n<p>in\nder vergangenen Woche hat Y nach der Therapiepause ihre Therapie\nwieder bei mir aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nsind jetzt zwei TE des aktuellen Kontingents verbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\neinige private Widrigkeiten, denen sich Frau C zu stellen hatte,\nkonnten wir nicht fr\u00fcher beginnen, sodass der vorgegebene Zeitrahmen\nggf. nicht einzuhalten ist. Darauf komme ich aber gesondert zur\u00fcck,\nfalls wir um eine verl\u00e4ngerte Freigabe des Kontingents bitten\nm\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat sich in der Therapiepause gut entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nVerh\u00e4ltnis zwischen Mutter und Tochter ist deutlich entspannter, da\nY nachhaltige Lernfortschritte zeigt und dem schulischen Unterricht\nbesser folgen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nverbliebenen Defizite beschreibe ich nachstehend.<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nMittelpunkt der Behandlung steht die Konsolidierung des positivierten\nSelbstwerterlebens, damit Y auch bei Misserfolgen nicht in ihre\nfr\u00fchere Mutlosigkeit zur\u00fcckf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Y arbeitet sehr motiviert mit.<\/p>\n\n\n\n<p>+ Dyskalkulie +<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nstellt bez\u00fcglich der Inhalte, die sie im mathematischen Kontext\nnicht versteht, deutlich dediziertere Nachfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nbringt Y inzwischen ruhig vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist notwendig, die Grundlagen der Algebra, namentlich die\nGrundrechenarten zu wiederholen, die Y im Zahlenraum bis 100 im\nvergangenen Jahr erarbeitet hat, und Y die Struktur des erweiterten\nZahlenraums bis 1000 zu verdeutlichen, damit sie ihr Grundwissen auf\neben diesen zu \u00fcbertragen lernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwerden noch Schwierigkeiten im Stellenwertsystem deutlich, wobei aber\ndas Ma\u00df der fehlenden Anschauungskategorien und das st\u00e4ndige\nVergessen, das ich in meinen Vorberichten u. a. in den Fokus ger\u00fcckt\nhatte, r\u00fcckl\u00e4ufig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkann einige Algorithmen abrufen, sodass wir damit beginnen konnten,\ndas in der Schule derzeitig behandelte halbschriftliche Addieren und\nsogar Subtrahieren im Zahlenraum bis 1.000 zu erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu\nmuss zuerst der Zusammenhang von Zahlenreihe und B\u00fcndelung mit\nhaptisch erfahrbarem Legematerial (Einerkl\u00f6tze, Zehnerst\u00e4be,\nHundertertafel und Tausenderw\u00fcrfel) wiederholt bzw. erweiternd\nerkl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben hierbei wieder im Gespr\u00e4ch daraufhin zu wirken, dass\ndyskalkulie-immanente Vergessen zu akzeptieren und auszuhalten zu\nlernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mengen\nbis 100 kann Y sich ohne haptisch Erfahrbares oder Darstellungen auf\nikonischer Ebene sicher vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Multiplikations- und Divisionsaufgaben bereiten weiterhin gro\u00dfe Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>+ Legasthenie +<\/p>\n\n\n\n<p>Ys\nSchwierigkeiten, sich Lernw\u00f6rter einzupr\u00e4gen, ist durch Fortsetzung\ndes psycholinguistischen Lese- und Rechtschreibtrainings zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nschlie\u00dft sich ein Wortbildtraining an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ys\nDiktate fallen inzwischen besser aus, wenn sie die Lernw\u00f6rter vorher\nintensiv \u00fcbt. Hier werden die \u00dcbungsmechanismen wiederholend\naufgezeigt und angewandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nist aber sehr angestrengt von den vielen Wiederholungen, die sie als\nLegasthenikerin ben\u00f6tigt, bis sie sich die korrekte Schreibweise\neines Wortes eingepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nbasalen Wahrnehmungsfertigkeiten werden trainiert, um die\nVerarbeitungsgeschwindigkeit und das Arbeitsged\u00e4chtnis zu steigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nm\u00fcssen folgende Rechtschreibregeln erarbeitet  werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>[schp] -&gt; Sp\/sp und [scht] -&gt; St\/st <\/li><li>m\/n-Differenzierung <\/li><li>b\/p, d\/t, g\/k im Auslaut: unzureichende Kenntnis der Ableitungsregel bzw. reduzierte Umsetzungsf\u00e4higkeit auf die auslautverh\u00e4rtenden Verschlusslaute <\/li><li>Unterscheidung Vokal\/Konsonant <\/li><li>Silbentrennung <\/li><li>lange\/kurze Vokale: unzureichende Differenzierung <\/li><li>Konsonatendoppelung <\/li><li>Dehnungs-h <\/li><li>Doppelvokale <\/li><li>ck\/k &#8211; tz\/z <\/li><li>e\/\u00e4 <\/li><li>Gro\u00df-\/Kleinschreibung <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese\nFehleranalyse kann sich durch das f\u00f6rderdiagnostische Vorgehen\nstetig ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>In\ndieser zweiten Therapiephase wird vermutlich die Legasthenie im\nVordergrund stehen, der wir uns w\u00e4hrend des ersten TE-Kontingents\ndeutlich weniger gewidmet haben als den dyskalkulen Problemen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC erh\u00e4lt eine Zweitschrift dieses Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d. Friederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-_____________________________-<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschlussbericht (Zweitbewilligung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\ngeehrte Frau X,<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nherzlichem Dank f\u00fcr die gute Zusammenarbeit m\u00f6chte ich Ihnen heute\nvom Fortgang der o. g. Therapie berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbeziehe mich auf Ihre umfangreichen Informationen aus dem Hilfeplan\nund meiner Vorberichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nsind jetzt 35 TE des aktuellen Kontingents verbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nnahm kontinuierlich regelm\u00e4\u00dfig an der Therapie teil und hat weitere\nnachhaltige Lernfortschritte erzielt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dem\nschulischen Unterricht kann Y noch besser folgen. Sie besucht eine\nGrundschule mit enormem Leistungsanspruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser\nverursacht, massive \u00c4ngste dahingehend, keinen Schulabschluss\nerreichen zu k\u00f6nnen, weil Y selbstredend nicht erfassen kann, dass\nder Unterricht bereits intensiv aud den Besuch eines Gymnasiums\nvorbereitet. Differenziert wird seitens der Lehrerschaft nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nGrundschule wurde nicht auf der Basis eines etwaigen \u00fcbersteigerten\nLeistungsanspruch durch Frau C bewusst ausgew\u00e4hlt, sondern ist die\nn\u00e4chstgelegene im Stadtteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterschiedlich\nhohe Anforderungen an Grundschulen sind m. E. auf politischer Ebene\nzu beheben, sodass Y nun nicht die Leidtragende der fragw\u00fcrdigen\nherrschenden Verh\u00e4ltnisse werden darf. Verstehen Sie dieses bitte\nals ersten Hinweis auf meine untenstehend folgende Bitte, noch\nweitere TE zu bewilligen, um Y den \u00dcbertritt auf die weiterf\u00fchrende\nSchule m\u00f6glichst zum kommenden Schuljahr zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngibt Hinweise darauf, dass die Versetzung ohne Lerntherapie schwierig\nwerden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nMutter Frau C ist zwar nicht so besorgt, da ihr bereits bewusst ist,\ndass Y auf einer IGS oder Oberschule weniger Schwierigkeiten haben\nwird. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem\nsteht Y selbst leider noch massiv unter Druck, da die Schule einen\nimmensen Einfluss im Leben junger Kinder hat.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nwird fortw\u00e4hrend die gerade erst \u00fcberwundene Leistungsblockade\ngetriggert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\narbeiten im lerntherapeutischen Gespr\u00e4ch viel daran, Y ihre \u00c4ngste\nzu nehmen und auf die realit\u00e4tsbezogenen Anspr\u00fcche der avisierten\nweiterf\u00fchrenden Schule (IGS) zu verweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist f\u00fcr Y aber schwer vorstellbar, dass die Herausforderungen\nzuk\u00fcnftig eher abnehmen werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Im\nMittelpunkt der Behandlung stand ergo die Konsolidierung des\npositivierten Selbstwerterlebens, damit Y auch bei Misserfolgen nicht\nin ihre fr\u00fchere Mutlosigkeit zur\u00fcckf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\no. g. Gr\u00fcnden ist das von au\u00dfen massiv erschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\narbeitet durchg\u00e4ngig sehr motiviert mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nwende mich nun den verbliebenen symptomspezifischen Defiziten zu.<\/p>\n\n\n\n<p>+ Dyskalkulie +<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nstellt bez\u00fcglich der Inhalte, die sie im mathematischen Kontext\nnicht versteht, deutlich dediziertere Nachfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nbringt sie meistens ruhig vor. Aber es ist ein R\u00fcckschritt bez\u00fcglich\ndieser Entspannung zu bemerken, der durch den in der vierten Klasse\nnun zunehmenden Druck verursacht ist. Bisweilen ist Y doch wieder\nsehr in sich gekehrt und mutlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nGrundlagen der Algebra, namentlich die Grundrechenarten, die Y im\nZahlenraum bis 100 schon erarbeitet hatte, haben wir fortw\u00e4hrend\nwiederholt  mit dem Erfolg, dass Y Analogien in den erweiterten\nZahlenraum bis 10.000 zu \u00fcbertragen gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nGrundwissen \u00fcber das Stellenwertsystem kippt aber immer noch\nzwischendurch weg, sodass eine Konsolidierung notwendig ist, die im\nschulischen Kontext nicht geliefert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkann grundlegende Algorithmen nicht immer abrufen, wenn\nzwischenzeitlich ein anderes Thema behandelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nPrinzip des halbschriftlichen Addierens und sogar Subtrahierens hat Y\nerfasst, aber Probleme mit der eigenst\u00e4ndigen Umsetzung sind\nverblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nZusammenhang von Zahlenreihe und B\u00fcndelung wurde mit haptisch\nerfahrbarem Legematerial (Einerkl\u00f6tze, Zehnerst\u00e4be, Hundertertafel\nund Tausenderw\u00fcrfel) wiederholt bzw. erweiternd erkl\u00e4rt, sodass Y\nbei den schriftlichen Rechenverfahren der Addition und Subtraktion\nauf weniger Schwierigkeiten st\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nkann Y Additions- und Subtraktionsaufgaben auf dem Papier l\u00f6sen, hat\naber weiterhin gro\u00dfe Defizite im Kopfrechnen wegen der Unsicherheit\nin der halbschriftlichen Vorgehensweise, die dem Kopfrechnen zu\nGrunde liegt. Das Kopfrechnen ist wegen der dyskalkulen\nZiffernblindheit per se h\u00f6chst problematisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nm\u00fcssen hierbei im Gespr\u00e4ch noch gezielter daraufhin zu wirken, dass\ndyskalkulie-immanente Vergessen zu akzeptieren und auszuhalten zu\nlernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nkann Mengen bis 10.000 auf ikonischer Ebene erfassen, aber die\nNomenklatur bis zur Million ist noch schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>Multiplikations-\nund Divisionsaufgaben bereiten weiterhin gro\u00dfe Schwierigkeiten, weil\nder schnelle Wechsel von halbschriftlichen zu schriftlichen\nRechenverfahren zu \u00c4hnlichkeitshemmungen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\ndas zweite Halbjahr der vierten Klasse in Mathematik erfolgreich zu\nbestehen, braucht Y deswegen noch therapeutische Hilfe mit  a n s c h\na u l i c h e n  Methoden, die im Unterricht nicht bzw. nur\nrudiment\u00e4r geliefert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere\ngilt das f\u00fcr den Umgang mit Ma\u00df-\/Mengeneinheiten sowie das\nDekodieren von Sachaufgaben (Zuordnung Sprache \u2192 Rechenoperation).<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch\nist das schnelle Vorgehen ohne hinreichend Zeit und Raum f\u00fcr\nWiederholungen zu lassen. Dieses muss bitte f\u00fcr Y durch eine\nVerl\u00e4ngerung der Eingliederungshilfe erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>+ Legasthenie +<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nSchwierigkeiten, sich Lernw\u00f6rter einzupr\u00e4gen, haben sich durch die\nFortsetzung des psycholinguistischen Lese- und Rechtschreibtrainings\nmerklich verringert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nbekommt regelm\u00e4\u00dfig Lernw\u00f6rter durch die vorgegeben, die wir in der\nTherapie im Wortbildtraining \u00fcben. Auch zuhause \u00fcbt Y emsig, was\nsehr viel zeit beansprucht, aber inzwischen zum Erfolg f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft\nallerdings ist Y doch wieder mutlos, weil es halt sehr anstrengend\nf\u00fcr sie ist. Da braucht es doch noch regelm\u00e4\u00dfig etwas St\u00e4rkung\nvon au\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hieran\nanschlie\u00dfend fand die F\u00f6rderung einiger sprachverarbeitender\nHirnfunktionen statt, die in ihrem Zusammenspiel eine korrekte\nPhonem-Graphem-Konvertierung erm\u00f6glichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel\nist es im Endeffekt, Y orthographisches Output-Lexikon zu erweitern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu\nm\u00fcssen die erheblichen Defizite in den Teilfunktionen des Systems\nder Phonem-Graphem-Konvertierung behoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAusgangspunkt f\u00fcr diese legasthenieimmanente Schwierigkeit ist in Y\nFall vermutlich noch weiter vorne in den Basisfunktionen der\nSprachverarbeitung zu suchen &#8211; u. a. im phonologischen\nInput-Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nist sowohl das Lesen als auch das Rechtschreiben weder auf der\nsegmentalen Route noch auf der hocheffizienten lexikalischen Route\nals  g e s i c h e r t  anzusehen, wobei Y aber kontinuierlich\nmessbare Fortschritte erzielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat isoliert den phonologischen und orthographische Buffer trainiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hernach\nwurden beide Funktionen kombiniert, was insofern von Wichtigkeit ist,\nals dass ge\u00fcbte Leser\/innen und Schreiber\/innen nicht \u00fcber die\nsegmentale Route dekodieren und\/oder explizit Rechtschreibregeln\nanwenden, sondern die W\u00f6rter als Ganzheiten im phonologischen und\northographischen Output-Ged\u00e4chtnis gespeichert haben und dort\nabrufen k\u00f6nnen. Das Zusammenspiel ist zur\nPhonem-Graphem-Konvertierung notwendig, aber bei Y zweifach\neingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\neigener Angabe gelingt es Y noch schlecht, sich beim reinen\nAbschreiben mehrere Buchstaben in Folge zu merken, sodass sie oft zur\nVorlage zur\u00fcckschauen muss, obwohl ihr das isolierte Segmentieren in\nSilben inzwischen recht gut gelingt, wenn das Wortmaterial direkt vor\nihr liegt und nicht abgedeckt wird..<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nzeigt sich der defizit\u00e4re phonologische und orthographische Buffer\n(tempor\u00e4res Arbeitsged\u00e4chtnis). Es ist nicht klar, ob das Problem\nim Input- oder Output-Buffer gr\u00fcndet, was auch generell\nwissenschaftlich noch nicht erforscht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Komplexit\u00e4t des lauten Lesens mit der Notwendigkeit, einen ganzen Satz zu \u00fcberblicken (wg. der Betonung) und  s i m u l t a n  die W\u00f6rter zu fragmentieren bzw. aus dem Speicher abzurufen, strengt Y sehr an.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\nin altersgem\u00e4\u00dfem Tempo sinnentnehmend lesen zu k\u00f6nnen, muss Y\nunbedingt die notwendigen Teilfunktionen und deren Kombination\ntrainieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen\nihrer phonologischen Dyslexie ist dieses Lesen auch auf der\nlexikalischen Route f\u00fcr Y allerdings besonders schwierig. Es muss\nviel an der phonologischen Bewusstheit gearbeitet werden. Die\nEinschr\u00e4nkung wurde besonders beim Schreiben von unbekannten\nlauttreuen W\u00f6rtern deutlich. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Weil\ndas lexikalische Ged\u00e4chtnis (auswendig beherrschte W\u00f6rter) noch\neingeschr\u00e4nkt ist, ist die F\u00f6rderung der segmentalen Route sehr\nwichtig, damit Y in die Lage versetzt wird, unbekannte W\u00f6rter\nschneller zu identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\ndie lexikalische Route wird aber durch Ganzworttraining trainiert,\ndamit sich der altersgem\u00e4\u00dfe Wortschatz sukzessive  a u t o m a t i\ns i e r e n  l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem\nbeeintr\u00e4chtigen die Probleme beim Aufbau der segmentalen Route auch\ndie lexikalische Route und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nY wird augenf\u00e4llig, dass die phonologische Dyslexie mit\nGanzwort-Substitutionen einhergeht. Verwechslungen treten immer noch\nauf, wenn \u00e4hnliche W\u00f6rter im Flie\u00dftext zu lesen sind,\nbeispielsweise Biene \u2192 Beine, Dose \u2192 Hose.<\/p>\n\n\n\n<p>Semantische\nParalexien und Paragraphien sind aber bei Y nicht zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nersetzt manchmal niedrigfrequent auftretende durch hochfrequent\nauftretende W\u00f6rter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nAufbau visuell orthographischer Repr\u00e4sentationen im orthographischen\nLexikon gelingt ihr nicht schnell genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nsind Y aktivierbare Verbindungen vom orthographischen Lexikon zum\nsemantischen System und zum phonologischen Output-Lexikon noch\nbeeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nsegmentale Route ist insofern noch beeintr\u00e4chtigt, als Y noch nicht\nhinreichend in der Lage ist, orthographisches Regelwissen bzw. das\nentsprechende Wortwissen schnell und zuverl\u00e4ssig abzurufen.\nGespeichert ist dieses Wissen aber teilweise schon im\nLangzeitged\u00e4chtnis (s. o. \u2192 Verinnerlichung des\nRechtschreibregelwissens, soweit die Themen schon konsolidiert werden\nkonnten).<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nvisuell-graphematische Analyse des geschriebenen Wortes ist noch\ninsuffizient, weil die Verbindung dieses Prozesses zum Abrufen im\northographischen Input-Lexikon beeintr\u00e4chtigt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit\nkommt es \u2013 auch durch Defizite des phonologischen Buffers und\nFunktionsbeeintr\u00e4chtigung des phonologischen Output-Lexikons &#8211;\nregelm\u00e4\u00dfig zu St\u00f6rungen im System der\nGraphem-Phonem-Konvertierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\ndie Auswirkungen solcher Lesefehler auf den Sinn des Gelesenen haben\nsich schon verringert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nSchreiben nach Diktat ist f\u00fcr Y insofern noch sehr anstrengend, als\nhier Informationen aus dem semantischen System sowie das\nphonologische  u n d  orthographische Input-Ged\u00e4chtnis als Input\ndienen. Hernach ist noch die Phonem-Graphem-Konvertierung zu\nbew\u00e4ltigen, die wegen der besch\u00e4digten Buffer erschwert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist unerl\u00e4sslich, weiterhin die o. g. Grundfunktionen zu trainieren,\num die Schnelligkeit der schriftsprachlichen Informationsverarbeitung\nzu steigern und diese zu automatisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nm\u00fcnden meine ursachenaufdeckenden Betrachtungen der\nSprachverarbeitung  in der Zusammenfassung des absolvierten\nregelgeleiteten Rechtschreibtrainings.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist &#8211; wie oben schon erw\u00e4hnt &#8211; Y auf Grund ihrer stark ausgepr\u00e4gten\nLRS\/Legasthenie trotz ihrer enormen Eigenmotivation noch nicht\ngelungen, alle im Therapieentwurf genannten Rechtschreibregeln\nabzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nmuss noch darin unterst\u00fctzt werden, ihre kontinuierlich trainierte\nphonematische Bewusstheit durch strukturierte Anwendung auf die\nRechtschreibfindung anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr\nhilfreich w\u00e4re es ergo f\u00fcr Y, die basalen Wahrnehmungsfertigkeiten\nnoch intensiver zu trainieren,  um die Verarbeitungsgeschwindigkeit\nzu steigern. Hierf\u00fcr brauchen wir bitte zus\u00e4tzliche Therapiezeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat folgende Rechtschreibregeln erarbeitet, die aber noch einer\nKonsolidierung bed\u00fcrfen, weil die Anwendung im freien Schreiben noch\nunzureichend ist. Auch wenn Y ihre eigenen Texte Korrektur liest,\ngelingt ihr die systematische Anwendung noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>[schp] -&gt; Sp\/sp und [scht] -&gt; St\/st <\/li><li>m\/n-Differenzierung <\/li><li>b\/p, d\/t, g\/k im Auslaut: unzureichende Kenntnis der Ableitungsregel bzw. reduzierte Umsetzungsf\u00e4higkeit <\/li><li>Unterscheidung Vokal\/Konsonant <\/li><li>Silbentrennung <\/li><li>lange\/kurze Vokale: unzureichende Differenzierung <\/li><li>Konsonatendopplung <\/li><li>Dehnungs-h <\/li><li>Doppelvokale <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Noch\nnicht zuwenden konnten wir uns bislang den folgenden Punkten des\nbisherigen Therapieplans, da auf die Dyskalkulie-Therapie ein\ndeutlich h\u00f6herer Anteil des bisherigen Kontingents entfiel, weil es\nin der weiterf\u00fchrenden Schule keinen Nachteilsausgleich mehr in\nMathematik geben wird, wohl aber der Legasthenie Rechnung getragen\nwird. Diese Unart des nieders\u00e4chsischen Schulrechts auf der Basis\neiner wissenschaftlich inkorrekten Begr\u00fcndung habe ich andernorts\nausf\u00fchrlich diskutiert und w\u00fcrde den Rahmen diesen Berichts\nsprengen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>ck\/k &#8211; tz\/z <\/li><li>e\/\u00e4 \u2013 eu\/\u00e4u <\/li><li>Schreibweise von Tageszeiten <\/li><li>Gro\u00df-\/Kleinschreibung <\/li><li>nominalisierte Verben und Adjektive <\/li><li>s \u2013 ss\/\u00df <\/li><li>i\/ie\/ih <\/li><li>s\/z (auditiv) <\/li><li>v\/f\/pf <\/li><li>Vorsilben ver-\/vor-\/voll- <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Y\npsychisches Gef\u00fcge ist allerdings wie oben schon erw\u00e4hnt weiterhin\nnoch nicht stabil.<\/p>\n\n\n\n<p>Y\nhat nochmals zum Ausdruck gebracht, dass sie ihrer Einsch\u00e4tzung nach\nnoch nicht ohne meine Hilfe zurechtkomme.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun\nhoffe ich, hinreichend begr\u00fcndet zu haben, warum Y, ihre Mutter und\nich gemeinschaftlich zu dem Entschluss gekommen sind, dass es einer\nVerl\u00e4ngerung der Ma\u00dfnahme bedarf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbitte Sie, liebe Frau X, nach M\u00f6glichkeit \u00fcber den durch Y Mutter\ndemn\u00e4chst gestellten Folgeantrag im Rahmen Ihrer Vorgaben positiv zu\nbefinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau\nC erh\u00e4lt eine Zweitschrift diesen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhoffe, Sie mit diesen Angaben unterst\u00fctzt zu haben, und verbleibe<\/p>\n\n\n\n<p>mit\nfreundlichem Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dipl.-P\u00e4d. Friederike Ch. Andr\u00e9s-Moysich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">-____________________________-<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Behandlung befindet sich derzeitig in der dritten Therapiephase Der Verlauf wird hier beizeiten angef\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kombinierte St\u00f6rungen schulischer Fertigkeiten, M\u00e4dchen, 8 Jahre DOKUMENTATION f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Tr\u00e4ger der Eingliederungshilfe Therapieplan ( Erstbewilligung) Sehr geehrte Frau X, hier m\u00f6chte ich Ihnen von der Integrativen Lerntherapie unserer gemeinsamen Patientin Y C berichten. Y hat nach einem kostenfreien ausf\u00fchrlichen Beratungsgespr\u00e4ch ihre Dyskalkulie-und Legasthenie-Therapie in meiner Praxis begonnen und mittlerweile an acht Therapieeinheiten teilgenommen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":258,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-293","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=293"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/293\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":415,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/293\/revisions\/415"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andres-moysich.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}